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Rossier: «Wünschbares von Machbarem trennen»

«Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie bewirken? Und wie sehen Sie die Stadt, in der Sie politisieren?»: Züriost stellt allen Kandidierenden für den Ustermer Stadtrat schriftlich dieselben zehn Fragen. Heute kommen die Antworten von Jean-François Rossier (SVP). Rossier ist seit vier Jahren Stadtrat und steht dem Ressort Sicherheit vor .

Jean-François Rossier warnt davor, angesichts des Bevölkerungswachstums zu erschrecken; man habe alles im Griff. (Foto: PD)

Rossier: «Wünschbares von Machbarem trennen»

Uster wird bis 2035 auf 40’000 Einwohner anwachsen. Was muss getan werden, damit dieses Wachstum allgemeinverträglich ist?
Uster muss sich nicht neu erfinden. Die vom Regierungsrat vorgesehene Grössenordnung von 40’000 Einwohnern entspricht einem Richtwert. Berücksichtigt man die aktuelle Einwohnerzahl von 35’000 Einwohnerinnen und Einwohnern, so darf diese Zahl nicht erschrecken, denn bereits heute erfährt Uster einen Nettozuwachs von rund 350 Personen jährlich. Die bevorstehende Zonenplanrevision wird dazu beitragen, dass einer verdichtenden Bauweise Rechnung getragen wird und somit mehr Bewohnern Platz geboten werden kann.

In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Uster zu. Was ist nötig, damit die Stadt das finanziell verkraftet?
Die drei Grossprojekte Hallenbad Uster, Schulhaus Krämeracker und Dammstrasse konnten oder können allesamt mit Nettovermögen finanziert werden. Weiter stehen nun grössere Investitionen im Zeughausareal an. Hier gilt es, mit Sachverstand und Augenmass Wünschbares von Machbarem zu trennen und zu finanzieren. Denn auch hier gilt: Teure Investitionen bedeuten gleichermassen auch jährlich wiederkehrende hohe Unterhaltskosten.

«Ebenso gilt es die Zentrumsentwicklung weiter voranzutreiben.»

Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda? 
Mein Augenmerk in meiner weiteren Legislatur werde ich wiederum auf einen gesunden städtischen Finanzhaushalt legen. Ebenso gilt es die Zentrumsentwicklung weiter voranzutreiben.

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass das Ustermer Stadtzentrum an vier Wochenende für Autos gesperrt werden muss. Ihre Meinung dazu?
Der Stadtrat hat in seiner Vision 2035 dargelegt, wie dereinst ein fussgängerfreundlicheres Zentrum aussehen könnte. Es gilt jedoch auch hier, die Interessen der wichtigsten Partner zu berücksichtigen. Ob das aktuelle Vorgehen jedoch im Sinne der Gewerbetreibenden ist, bezweifle ich. Denn noch sind die wichtigsten Parameter, welche für ein fussgängerfreundliches Zentrum sprechen, nicht gegeben: Parkhäuser an den Peripherie.

Was mögen Sie an Uster, und was nicht?
Ich schätze das vielseitige Freizeitangebot, den Greifensee als Naherholungs- oder als Erlebnisgebiet, die abwechslungsreichen gastronomischen Angebote, die Nähe zu Zürich, das hervorragende S-Bahn-Netz und vieles mehr.

«Mit der städtischen Entwicklung können neue Probleme auf Uster zukommen.»

Wie schätzen Sie Sicherheit und Sauberkeit in Uster ein? 
Die städtischen Umfragen zeigen deutlich: Die Ustermerinnen und Ustermer fühlen sich in hier wohl, sicher und beurteilen zudem auch die Sauberkeit als ein weniger grosses Problem. Es liegt auf der Hand, dass mit der städtischen Entwicklung – kombiniert mit der zukünftigen Verdichtung – neue Probleme auf Uster zukommen können. Hier gilt es entsprechende Anzeichen wahrzunehmen und entsprechend zu agieren.

Gibt es in Uster genügend Angebote in den Bereichen Kultur, Gastronomie, Vereinsleben, Sport?
Uster ist die Sportstadt schlechthin. Namhafte Vereine haben in unseren grossartigen Sportanlagen hervorragende Sportlerinnen und Sportler hervorgebracht. Auch das Kulturleben hat sich in den letzten Jahren stark etabliert. Viele Anlässe, welche auch durch private Eigeninitiativen hervorbracht wurden, sind inzwischen aus der Städtischen Agenda nicht mehr wegzudenken.

«Beim Verkehr ist die Einflussnahme der Stadt Uster beschränkt.»

Existiert in Uster ausreichend günstiger Wohn- und Gewerberaum? 
Uster bietet guten Wohnraum für alle. Die heutige verdichtende Bauweise trägt mitunter dazu bei, dass den unterschiedlichsten Wohn- und Gewerbeansprüchen besser Rechnung getragen werden kann.

Uster hat eine rekordtiefe Sozialhilfequote. Ist dies das Resultat guter Arbeit oder Ausdruck einer zu grossen Härte im Umgang mit Klienten?
Die tiefe Sozialhilfequote von Uster stand in der Vergangenheit oft in der Kritik. Jedoch war diese meist unbegründet und haltlos. Dies bestätigt die Vorgehensweise der Sozialhilfebehörde, welche als eigenständige Behörde amtet.

Wie beurteilen Sie die Situation der verschiedenen Verkehrsteilnehmer? 
Uster ist für sämtliche Verkehrsteilnehmer begeh- und befahrbar. Uster setzt zudem ein grosses Augenmerk darauf, bei anstehenden Projekten den Langsamverkehr gebührend zu berücksichtigen. Diese Strategie soll auch in Zukunft weiterverfolgt werden. Vielfach wird ausgeblendet, dass die Hoheit über viele Strassenzüge beim Kanton Zürich liegt. Hier ist Einflussnahme der Stadt Uster im Rahmen einer Mitsprache durchaus möglich, aber letztlich jedoch auch beschränkt.

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