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Schmid: «Der dörfliche Charakter soll erhalten bleiben»

«Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie bewirken? Und wie sehen Sie die Stadt, in der Sie politisieren?»: Züriost stellt allen Kandidierenden für den Dübendorfer Stadtrat schriftlich dieselben zehn Fragen. An der Reihe ist heute Hanspeter Schmid (BDP). Schmid sitzt seit vier Jahren im Gemeinderat. Nun möchte er in den Stadtrat gewählt werden. 

Schmid: «Der dörfliche Charakter soll erhalten bleiben»

Die Stadt an der Glatt wächst vor allem an den Rändern massiv. Unterstützen Sie eine weitere Urbanisierung oder soll Dübendorf im Kern ein Dorf bleiben?
Urbanes, verdichtetes Bauen erlaubt uns, trotz ansteigender Einwohnerzahl neue Grünflächen zu generieren. Freiräume und grüne Oasen machen unser Dübendorf für Jung und Alt sowie unsere Kinder lebenswert. Die neuen Quartiere sollen belebt sein und die Bewohner motiviert werden, am Dorf- und Vereinsleben teilzunehmen. Der dörfliche Charakter soll durch eine durchdachte Stadtplanung erhalten bleiben. 

Entgegen den Plänen von Bund und Kanton will der Stadtrat die Privatfliegerei vom Flugplatz Dübendorf fernhalten. Ist das Wunschdenken oder lohnt sich der Kampf?
Ich sehe darin absolut kein Wunschdenken. Zusammen mit den Gemeinden Wangen-Brüttisellen und Volketswil wurde ein durchdachtes Konzept erarbeitet. Der Stadtrat steht mit viel Herzblut dahinter und führt mit Nachdruck weitere Verhandlungen, damit der Volkswille umgesetzt werden kann. 

In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Dübendorf zu. Was ist nötig, damit die Stadt das finanziell verkraftet?
Anpassungen der Infrastrukturen an die wachsende Einwohnerzahl sind erforderlich, müssen jedoch stets auf ihre Notwendigkeit hinterfragt werden. Bestehende Aufgaben sind kontinuierlich zu überprüfen, zu hinterfragen und zu optimieren, um einen stabilen Steuerfuss zu gewährleisten.

«Auch die Bevölkerung muss für die Sauberkeit in die Verantwortung genommen werden.»

Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda? 
Folgendes wird den Stadtrat in den nächsten vier Jahren beschäftigen: die Sanierung und Erweiterung von Schulanlagen, bedürfnisorientierte Stadtentwicklung und Infrastrukturen, die Optimierung des Verkehrsflusses, der Busbahnhof, die Gestaltung des Leepüntareals, das Generieren zusätzlicher Grünflächen, gesunde Finanzen und klare Legislaturziele.

Was mögen Sie an Dübendorf, und was nicht?
Ich mag, dass Dübendorf trotz Urbanisierung den Dorfcharakter behalten hat, was zukünftig so bleiben muss. Unsere vielen Vereine, die Kultur oder das Dorffäscht leisten dazu einen grossen Beitrag. 

Wie schätzen Sie Sicherheit und Sauberkeit in Dübendorf ein?
Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich sicher fühlen. Die zuständigen Abteilungen leisten gute Arbeit. Unser Abfall- und Entsorgungssystem wurde in den letzten Jahren optimiert. Nicht nur die Stadt, sondern auch die Bevölkerung muss für die Sauberkeit in die Verantwortung genommen werden. 

«Altersgerechtes Wohnen im Zentrum erachte ich als wichtiges Bedürfnis der Bevölkerung.»

Existieren in Dübendorf genügend Angebote in den Bereichen Kultur, Gastronomie, Vereinsleben, Sport?
Wir haben in Dübendorf ein sehr vielfältiges Sportangebot dank der Vereine. Das Kino Orion und die Obere Mühle bieten ein abwechslungsreiches Kulturangebot. Dieses könnte durch den Bau des geplanten Mehrzweckgebäudes erweitert werden. Im Gastronomiebereich besteht ein vielseitiges, ausreichendes Angebot.

Gibt es in Dübendorf ausreichend günstigen Wohn- und Gewerberaum?
Genossenschaftlicher Wohnungsbau und erschwingliche Gewerberäume sind für mich Themen, die immer wieder überprüft und in sinnvollem Mass unterstützt werden sollen. Altersgerechtes Wohnen im Zentrum erachte ich als wichtiges Bedürfnis der Bevölkerung.

«Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, bevorzuge ich das Velo.»

Die Sozialabteilung in Dübendorf wird immer wieder öffentlich kritisiert. Läuft da etwas falsch oder ist die Kritik unbegründet?
In unserer Sozialabteilung ist in den letzten Jahren sicherlich nicht alles optimal gelaufen. Ich finde die Einrichtung der Ombudsstelle richtig und wichtig. Der gesamte Stadtrat hat nun die Aufgabe, aus den Erkenntnissen die notwendigen Massnahmen einzuleiten.

Wie beurteilen Sie die Situation der verschiedenen Verkehrsteilnehmer?
Der Verkehr wird in den nächsten Jahren eine der grössten Herausforderungen sein. Das Nebeneinander sämtlicher Verkehrsteilnehmer muss gleichermassen optimiert werden mit dem Ziel, das Funktionieren des Verkehrs zu sichern und die Wohn- und Lebensqualität möglichst zu erhalten ist. Einzelne Verkehrsmittel zu bevorzugen bringt uns nicht weiter. Nur ein Miteinander führt uns zum Ziel. Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, bevorzuge ich das Velo. 

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