400 Unterschriften für die Unterführung
Gerade einmal zwei Wochen brauchte die Fällander SVP, um 400 Unterschriften gegen den Rückbau der Unterführung unter der Maurstrasse zu sammeln. Am Montag übergab eine kleine Delegation die Unterschriftenbögen – stilecht in einer kleinen gebastelten Unterführung verstaut – an Gemeindeschreiberin Leta Bezzola. Diese versprach, dass man das Anliegen genau prüfen werde.
SVP-Präsident Rico Hauser zeigte sich überrascht darüber, wie schnell die Unterschriften zusammengekommen sind. Das sei aussergewöhnlich und zeige die Wichtigkeit der Petition.
Nie seriös geprüft
Die SVP wurde aktiv, weil der Kanton die in die Jahre gekommene Unterführung im Zusammenhang mit der Sanierung der Maurstrasse rückbauen und durch einen Fussgängerstreifen ersetzen will. Dies weil die Unterführung nicht den Vorgaben des nationalen Gleichstellungsgesetzes für Behinderte entspreche. Gemäss dem Kanton müssten die beiden Rampen komplett neu gebaut und verlängert werden, was allein schon deswegen nicht gehe, weil dadurch eine Quartierstrasse tangiert würde. Der Gemeinderat stützt die Pläne des Kantons.
Die SVP hingegen kritisiert, dass gar nie seriös geprüft worden sei, ob nicht doch ein Umbau möglich sei, der mit dem Behindertengleichstellungsgesetz kompatibel ist. Die Unterführung soll «soweit möglich» behindertengerecht gestaltet werden, fordern die Petitionäre, andernfalls beantrage man eine «unvermeidbare Ausnahme». Gemäss den Vorgaben des Bundes darf die Steigung bei Rampen nicht mehr als sechs Prozent betragen. Rampen bis zwölf Prozent Steigung sind zulässig, jedoch nur dort, wo jemand im Rollstuhl jederzeit auf Hilfe zählen kann.
Unnötig und gefährlich
Die Unterführung sei zusammen mit dem Schulhaus Lätten gebaut worden – zur Sicherheit der Primarschüle, heisst es in der Begründung der Petition. «Das soll heute nicht mehr gelten, trotz eines ungleich grösseren Verkehrsaufkommens.» Und es stehe wohl ausser Zweifel, dass für kleine Kinder eine Unterführung sicherer sei als der geplante Übergang über die vielbefahrene Maurstrasse, der als Ersatz vorgesehen sei. Ohnehin sei dieser Übergang unverhältnismässig, da bereits einige Meter weiter ein behindertengerechter Übergang geplant sei, der als angemessene Ersatzlösung betrachtet werden könne.
