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Famos: «Eine Sperrung des Zentrums bringt nur Umsatzverlust»

«Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie bewirken? Und wie sehen Sie die Stadt, in der Sie politisieren?»: Züriost stellt allen Kandidierenden für den Ustermer Stadtrat schriftlich dieselben zehn Fragen. An der Reihe ist heute Cla Famos (FDP). Famos war von 2007 bis 2014 Gemeinderat und wurde 2014 in den Stadtrat gewählt. Nun strebt er das Stadtpräsidium an.

Cla Famos gefällt eigentlich alles an Uster. Nur dass er vor den Barrieren jeweils so lange warten muss, mag er nicht. (Foto: PD)

Famos: «Eine Sperrung des Zentrums bringt nur Umsatzverlust»

Uster wird bis 2035 auf 40’000 Einwohner anwachsen. Was muss getan werden, damit dieses Wachstum allgemeinverträglich ist? 
Die Wachstumsprognose ist letztlich Ausdruck der Attraktivität unserer Stadt. Es braucht vor allem einen klaren Plan. Wenn wir das Siedlungsgebiet verdichten, müssen wir zugleich die Freiräume definieren, damit unsere Stadt ihre Lebensqualität behält. Uster hat eine Perlenkette von attraktiven Parks, die wir ausbauen müssen. Dann kann zum Beispiel im Stadtpark mit dem geplanten Bau von zwei Hochhäusern das urbane Feeling eines Central Parks in New York entstehen, wo man gern hingeht. Die wunderbare Natur rund um die Stadt mit See, Ried, Wiesen und Wäldern muss als Naherholungszone integral erhalten bleiben. 

In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Uster zu. Wie kann das die Stadt finanziell verkraften?
Mit einer klaren Finanzstrategie und dem nötigen Know-how. Und man muss mit einer attraktiven Steuerpolitik gute Steuerzahler und Firmen anziehen. 

Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda?
Ich möchte Uster noch viel stärker als regionales Zentrum positionieren und zur Smart City machen, Start-ups und Unternehmen aus neuen Branchen wie zum Beispiel Medizinaltechnik oder Robotik anziehen und den Verkehr für alle Verkehrsteilnehmer verflüssigen.

«Die Gastronomie könnte noch etwas vielfältiger sein.» 

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass das Ustermer Stadtzentrum an vier Wochenenden für Autos gesperrt werden muss. Was ist Ihre Meinung dazu?
Das tönt gut als Wahlkampfschlager, hat aber leider wenig Substanz und bringt dem Gewerbe im Zentrum nur Umsatzverlust. Die Sperrung allein bringt keinen einzigen zusätzlichen Fussgänger ins Zentrum von Uster

Was mögen Sie an Uster, und was nicht?
Ich schätze die Lebensqualität, den See, die wunderbare Natur und die gute Verkehrsanbindung. Weniger mag ich das ewige Warten vor der Barriere.

Wie schätzen Sie Sicherheit und Sauberkeit in Uster ein? 
Die Sicherheitslage ist dank der guten Arbeit meines Kollegen, Sicherheitsvorstand Jean-François Rossier (SVP), ausgezeichnet. Beim Bahnhof gilt es in Bezug auf Sauberkeit und Sicherheitsgefühl immer wieder einen Blick drauf zu werfen.

Gibt es in Uster genügend Angebote in den Bereichen Kultur, Gastronomie, Vereinsleben, Sport?
Uster hat ein sehr aktives Vereinsleben. Ich bin immer wieder begeistert vom Angebot, das diese Vereine auf die Beine stellen. Im Bereich Sport hat die Stadt in den letzten Jahren viel gemacht. Die Gastronomie könnte noch etwas vielfältiger sein. Und wir haben ein gutes kulturelles Angebot, das man punktuell weiter ausbauen kann – als kluge Ergänzung zum riesigen Angebot in Zürich. 

«Staatliche Subventionen für günstigen Wohnraum braucht es nicht.»

Gibt es in Uster ausreichend günstigen Wohn- und Gewerberaum? 
Neben den institutionellen Investoren und privaten Hausbesitzern, die beide auch günstige Wohnungen anbieten, sind die Baugenossenschaften natürlich ein wichtiger und geschätzter Player, von denen es in Uster einige sehr aktive gibt – übrigens auch bürgerliche. Auch Gewerberaum muss weiterhin gebaut werden können, damit sich bestehende Firmen entwickeln und neue zuziehen können. Staatliche Subventionen braucht es dazu nicht.

Uster hat eine rekordtiefe Sozialhilfequote. Ist dies das Resultat guter Arbeit oder Ausdruck einer zu grossen Härte im Umgang mit Klienten?
Das ist das Resultat einer konsequent auf Wiedereingliederung ausgerichteten Politik der Sozialbehörde. Uster profitiert aber auch von einer sehr guten sozialen Durchmischung mit einem ausgeprägten Mittelstand. Ich setze mich dafür ein, dass das auch so bleibt.

Wie beurteilen Sie die Situation der verschiedenen Verkehrsteilnehmer? Ist die Stadt Uster für Velofahrer ein Paradies und für Autofahrer die Hölle? Oder vielleicht auch umgekehrt?
Ich denke da nicht so schematisch. Für den motorisierten Individualverkehr braucht Uster mehr Unterführungen. Wegen der Topografie ist Uster eine ideale Velostadt – dazu braucht es aber klug geplante und durchgehende Velowege. Auch für Fussgänger kann man die Situation noch gezielt verbessern, zum Beispiel beim Bahnhof.

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