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Neun Monate nächtlicher Baulärm

Am Montag starten die Bauarbeiten am Bahnhof Uster. Der Bahnhof erhält neue Wartehallen und wird behindertengerecht umgebaut. Die Anwohner werden ab Sonntag unter der Woche bis Ende November nächtlichem Lärm ausgesetzt sein.

Die Bauarbeiten am Bahnhof Uster werden Mitte 2019 abgeschlossen sein. Die erste Etappe mit den Nachtarbeiten dauert bis Ende November 2018. (Archivfoto: Eduard Gautschi)

Neun Monate nächtlicher Baulärm

Nicht alle Bereiche im Bahnhof Uster entsprechen den heutigen Anforderungen an hindernisfreie Zugänge zu den Zügen. Aus diesem Grund modernisieren die SBB die bestehenden Anlagen.

«Die Bahn muss fahren – und stecke mir Watte in die Ohren.»

Ruth Bolt, Anwohnerin

Die Arbeiten beginnen am 25. März und werden jeweils von sonntagnachts bis freitagmorgens ausgeführt. Oliver Dischoe, Mediensprecher der SBB, sagt: «Die Arbeiten finden in der Nacht statt, damit der Bahnbetrieb am Bahnhof Uster möglichst nicht tangiert wird.» Die Anwohner seien vorzeitig mit einem Schreiben über die bevorstehenden Arbeiten informiert worden.

Lärmige Nächte

Darin wird auch über die bevorstehenden «Lärmemissionen» informiert. Dischoe sagt: « Die SBB sind bemüht, den Lärm auf das nötige Minimum zu reduzieren, trotzdem lassen sich lärmintensivere Arbeiten nicht verhindern.»

«Hier wohne ich seit 20 Jahren und kenne Baulärm zu genüge.»

Dora Räz, Anwohnerin

Ruth Bolt ist eine Anwohnerin und hat das Schreiben der Bahn bekommen. «Kein Problem für mich, das muss gemacht werden», sagt sie zu den bevorstehenden Nachtarbeiten. Die Ustermerin wohnt seit 33 Jahren in der Nähe des Bahnhofes. «Anfangs hat mich der Bahnlärm und der Betrieb beim Bahnhof gestört. Mittlerweile bin ich gelassener und weiss: Die Bahn muss fahren – und stecke mir Watte in die Ohren», sagt die Witwe, deren Mann einst bei der Bahn gearbeitet hat.

Dora Räz helfen Schallschutzfenster, und auch sonst sei sie sich Baulärm gewöhnt: «Ob Migros, Post oder SBB – rund um meine Wohnung wird öfters gebaut. Hier wohne ich seit 20 Jahren und kenne Baulärm zu genüge», sagt Räz.

Velounterständer müssen weichen

In der ersten Bauphase wird das Perron 1 erhöht. Dafür muss auf Ende April die erste Reihe der Velounterstände im östlichen Teil des Bahnhofs demontiert werden. Dieser Schritt wurde bereits vor einem Jahr im Ustermer Gemeinderat von verschiedenen Parteien kritisiert (wir berichteten). Die Mitarbeitenden des Werkhofs Uster würden sich darum kümmern, dass in den verbleibenden Veloanlagen genügend Platz vorhanden sei, heisst es im Schreiben der SBB.
Die Perronanpassungen werden aufgrund des Behindertengleichstellungsgesetzes gemacht (wir berichteten). Dieses komme seit 2004 im Zusammenhang mit dem hindernisfreien Bauen bei jedem Bahnhofumbau zum Tragen, schreiben die SBB. Schweizweit seien über die Hälfte aller Bahnhöfe bereits nach diesem Standard umgebaut.

«Uster hintendrein»

«Es wird Zeit, dass am Bahnhof etwas für die Rollstuhlfahrer getan wird. Uster ist da schon ein bisschen hintendrein», sagt eine andere Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden will. Sie stört sich nicht an den Arbeiten und erkennt das Bedürfnis der Menschen mit Beeinträchtigung, obwohl sie persönlich davon nicht betroffen ist: Dass es ausgerechnet in der Stadt Uster so lange dauerte, wo es einige Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung hat, um die Hürden für Menschen mit Beeinträchtigung abzubauen, dazu schreiben die SBB: « Die SBB haben vom Bund die Vorgabe erhalten, bis 2023 die Bahnhöfe barrierefrei auszubauen.»

Einschränkungen im Fahrplan

Während der Bauarbeiten werden alle Bereiche im Bahnhof normal zugänglich sein, sagt Dischoe. Beim Fahrplan gebe es kleinere Anpassungen: «Die S9 endet während den Baunächten in Schwerzenbach, Reisende steigen in die nachfolgende S14 um. Dies gilt von 21.40 Uhr bis Betriebsschluss.»
In einer späteren Bauphase, voraussichtlich von April bis Juli 2019, bauen die SBB einen Spurwechsel ein, heisst es in der Mitteilung. Auch diese Etappe wird in Nachtarbeit erledigt. «Diese Arbeiten sind aufwändig. Die Anwohner werden rechtzeitig informiert», schreiben die SBB. Damit können die Züge in Richtung Nänikon-Greifensee zukünftig alle auf dem Gleis 1 in den Bahnhof ein- und ausfahren. Über die genauen Daten dieser Bauphase informieren die SBB zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Bauprojekt und Kosten

Am Bahnhof Uster werden die Perrons 1 bis 3 erhöht. Zudem werden die Treppen- und Rampenzugänge auf die neuen Höhenverhältnisse der Perrons angepasst und die beiden bestehenden Wartehallen ersetzt. Die erste Reihe der Velounterstände wird auf die P+R-Anlage sowie auf das nördlich liegende Gebiet beim Freiverlad verlegt.

Ein Spurwechsel auf der Seite in Richtung Nänikon-Greifensee wird in einer letzten Etappe im Jahr 2019 erstellt. Das Gesamtprojekt kostet rund 9,5 Millionen Franken und wird über die Leistungsvereinbarung zwischen dem Bund und den SBB finanziert.

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