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Jetzer: «Polizeipatrouillen sollen reduziert werden»

«Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie bewirken? Und wie sehen Sie die Stadt, in der Sie politisieren?»: Züriost stellt allen Kandidierenden für den Dübendorfer Stadtrat schriftlich dieselben zehn Fragen. An der Reihe ist diesmal Patrick Jetzer von der Ethischen Partei Schweiz (EPS). Jetzer ist neu in der Politik und möchte mit seiner Kandidatur für das Stadtpräsidium Erfahrungen sammeln.

Patrick Jetzer findet, dass für gewisse Projekte in Dübendorf zu viel Geld ausgegeben wurde: «Das wäre günstiger gegangen.» (Foto: PD)

Jetzer: «Polizeipatrouillen sollen reduziert werden»

Die Stadt an der Glatt wächst vor allem an den Rändern massiv. Unterstützen Sie eine weitere Urbanisierung oder soll Dübendorf im Kern ein Dorf bleiben?
Im Grundsatz unterstütze ich keine weitere Urbanisierung. Wenn neuer Wohnraum entsteht, sollen es Wohnungen mit günstigen Mieten sein, die genossenschaftlich organisiert und ökologisch ausgerichtet sind.

Entgegen den Plänen von Bund und Kanton will der Stadtrat die Privatfliegerei vom Flugplatz Dübendorf fernhalten. Ist das gut so?
Privatfliegerei lehne ich ab. Ein Naherholungsgebiet sollte Platz finden.

In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Dübendorf zu. Was ist nötig, damit die Stadt das finanziell verkraften kann?
Ich bin ein Gegner von Schulden. Die Gemeinde hat sich finanziell an ihre Möglichkeiten zu halten. Dübendorf hat sich in den Vergangenen vier Jahren einige Luxuslösungen erlaubt, etwa die Parkanlage an der Glatt oder Strassensanierungen, das wäre günstiger gegangen. Bei künftigen Investitionen soll dem Bürger mitgeteilt werden, was dies steuertechnisch für ihn bedeutet: Ist es beim aktuellen Steuerfuss machbar? Oder bedeutet es höhere Steuern? Und für wie lange? 

«Die Lokalwirtschaft könnte über eine Regionalwährung gestärkt werden.»

Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda? 
Ich stelle fest: Das Finanzsystem ist eine globale Blase, international werden Kriege angeheizt. Der frühere Armeechef Blattmann empfahl der Bevölkerung schon 2014, einen Notvorrat anzulegen. Die deutsche Regierung tat dies 2016. Öl ist bekanntermassen eine begrenzte Ressource und wiederholt mit Kriegen verbunden. Wir können auf Gemeindeebene Lösungen dafür entwickeln, damit zum Beispiel das Lebensnotwendige – also etwa Lebensmittel oder Energie – aus der Nähe kommt. Es muss verstärkt nach Energieversorgung wie Fernwärme, Abwasserwärme, Wärmerückgewinnung oder eine unbürokratische Installation von Solaranlagen gestrebt werden. Im Sinne von Urban Gardening und Permakultur soll im öffentlichen Raum jedem Bewohner, der dies möchte, die Möglichkeit offen stehen, biologisch anzubauen. Gerade der Jobbus könnte hier eine Rolle spielen und den Leuten eine sinnvolle Beschäftigung bieten, bei der sie erst noch etwas lernen. Auch könnte die Lokalwirtschaft über eine Regionalwährung gestärkt werden. Krisenprophylaxe, Umwelt- und Gesundheitsanliegen sowie soziale Themen können und sollen miteinander verbunden werden.

Was mögen Sie an Dübendorf, und was nicht?
Ich mag die Wälder und Weiler. Was mich nachdenklich stimmt, ist der Hang zu gehobenen, zum Teil luxuriösen Lösungen.

«Die Polizei muss sich besinnen, als Freund und Helfer unterwegs zu sein und nicht als Erzieher.»

Wie schätzen Sie das Thema Sicherheit und Sauberkeit ein?
Ich sehe keinen Handlungsbedarf für mehr Präsens. Die Polizei patrouilliert zeitweise fast im Konvoi. Das soll reduziert werden. Die Polizei muss sich besinnen, als Freund und Helfer unterwegs zu sein und nicht als Erzieher.

Gibt es in Dübendorf genügend Angebote in den Bereichen Kultur, Gastronomie, Vereinsleben, Sport?
Ja, es gibt gute Restaurants, Bars und Sportangebote.

Besteht in Dübendorf ausreichend günstiger Wohn- und Gewerberaum? 
Nein, günstigen Wohnraum gibt es zu wenig, ebenso Räume für Gewerbe, welches produziert, recycelt, repariert und durch echte Arbeitsleistung Wert erzeugt.

«Viele Sozialhilfeempfänger sind in dieser Situation, weil die Wirtschaft sie nicht mehr will.»

Die Sozialabteilung wird immer wieder kritisiert. Läuft da etwas falsch oder ist die Kritik unbegründet?
Viele Sozialhilfeempfänger sind in dieser Situation, weil die Wirtschaft sie nicht mehr will. Daher kann man diverse kostspielige Programme in Frage stellen. Mitarbeiter des Sozialamtes sollen keinem Druck ausgesetzt werden, bei der Unterstützung ihrer Klienten Abzüge vorzunehmen.

Wie beurteilen Sie die Situation der verschiedenen Verkehrsteilnehmer?
Velofahrer sind gut bedient in Dübendorf, lediglich bei der Memphis-Kreuzung würde ich die Unterführung für Velofahrer freigeben. Die Strassen wurden so gebaut, dass zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikommen. Verengungen sind eine Schikane. Sie führen zu Stress und Aggressionen in einer sonst schon hektischen Zeit. Wo nötig sehe ich Schwellen und Blitzer als ausreichend, um die Geschwindigkeitsbegrenzung durchzusetzen.
 

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