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Ingold: «Dübendorf hat zu viel Durchgangsverkehr»

«Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie bewirken? Und wie sehen Sie die Stadt, in der Sie politisieren?»: Züriost stellt allen Kandidierenden für den Dübendorfer Stadtrat schriftlich dieselben zehn Fragen. An der Reihe ist diesmal André Ingold (SVP). Er sitzt seit 2006 im Stadtrat und möchte nun die Nachfolge von Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP) antreten.

André Ingold ist in Dübendorf aufgewachsen, «deshalb gefällt mir eigentlich alles hier». (Foto: PD)

Ingold: «Dübendorf hat zu viel Durchgangsverkehr»

Die Stadt an der Glatt wächst vor allem an den Rändern massiv. Unterstützen Sie eine weitere Urbanisierung oder soll Dübendorf im Kern ein Dorf bleiben?
Die Urbanisierung ist Tatsache. Trotzdem ist das «Alte» nicht immer schlecht. Wir haben bestehende Infrastrukturen, die nicht einfach vergrössert, verkleinert oder erneuert werden können, auch wenn es zum Teil von neuen Quartieren und deren Bewohnern gefordert wird.
Die Urbanisierung von Dübendorf ist eine grosse Herausforderung, die es in den nächsten Jahren zu bewältigen gilt. Eine Herausforderung, die unter dem Aspekt der Stabilität der städtischen Finanzen viel Aufmerksamkeit benötigt.

Entgegen den Plänen von Bund und Kanton will der Stadtrat die Privatfliegerei vom Flugplatz Dübendorf fernhalten. Ist das Wunschdenken oder lohnt sich der Kampf?
Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben am 26. November der Exekutive den Auftrag erteilt, sich in allen Belangen für die Umsetzung des Gemeindekonzeptes respektive gegen die Privatfliegerei einzusetzen. Als neuer Stadtpräsident bin ich diesem Abstimmungsresultat verpflichtet.

In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Dübendorf zu. Was ist nötig, damit die Stadt das finanziell verkraftet?
Mit den finanziellen Ressourcen muss massvoll umgegangen werden. Jede Ausgabe und Investition muss hinterfragt und überprüft werden. Die Stadt Dübendorf ist sowohl organisatorisch wie auch finanziell für diese Herausforderungen gut aufgestellt.

«Durch die Nähe zur Stadt Zürich hat sich das Verhalten in den öffentlichen Räumen verändert.»

Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda?
Die Entwicklung unserer Stadt ist erst am Anfang. Diesen Weg gilt es gezielt weiter zu verfolgen. Wir müssen die Attraktivität von Dübendorf weiter kontinuierlich steigern. Wir wollen weiterhin ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort sein.

Was mögen Sie an Dübendorf, und was nicht?
Da ich in Dübendorf geboren und aufgewachsen bin, gefällt mir eigentlich alles hier. Die Vorteile Dübendorfs sind die Naherholungsräume mit der Glatt und dem Greifensee, aber auch der Adlisberg und der Zürichberg laden zum Spazieren und Wandern ein. Die Nähe zur Stadt schätze ich sehr. Das Freizeitangebot in Dübendorf und auch in der unmittelbaren Region ist beinahe unbegrenzt.

Wie schätzen Sie Sicherheit und Sauberkeit in Dübendorf ein?
Durch die Urbanisierung und die Nähe zur Stadt Zürich hat sich das Verhalten in den öffentlichen Räumen verändert. Der Stadtrat hat ein Pilotprojekt bewilligt, das diese Problematik aufgreift und entsprechende Massnahmen vorsieht. Die Aufgabe des Stadtrates wird auch in Zukunft sein, dass wir diesem Thema eine grosse Aufmerksamkeit schenken.

Gibt es in Dübendorf genügend Angebote in den Bereichen Kultur, Gastronomie, Vereinsleben, Sport?
Ja.

Besteht in Dübendorf ausreichend günstiger Wohn- und Gewerberaum? 
Ja.

«Der Stadtrat hat die Sozialabteilung mehrfach intern überprüft.»

Die Sozialabteilung in Dübendorf wird immer wieder öffentlich kritisiert. Läuft da etwas falsch oder ist die Kritik unbegründet?
Es versteht sich von selbst, dass bei negativen Entscheiden die Kunden kein Verständnis aufbringen und so entsprechend unzufrieden mit den Leistungen der Sozialabteilung sind. Der Stadtrat hat die Sozialabteilung mehrfach intern überprüft, nachgehakt und offene Punkte diskutiert. Massgeblich für uns sind die neutralen Visitationen der Aufsichtsorgane, welche keine Verfehlungen aufzeigen.

Wie beurteilen Sie die Situation der verschiedenen Verkehrsteilnehmer? Ist Dübendorf für Velofahrer ein Paradies und für Autofahrer die Hölle? Oder vielleicht umgekehrt?
Weder noch! Dübendorf hat zu viel Durchgangsverkehr. Dieser behindert das Weiterkommen aller Verkehrsteilnehmer vor allem im Stadtzentrum. Mit etwas mehr Rücksichtnahme und Verständnis Aller würde hier schon viel verbessert werden. Der Stadtrat überprüft laufend das Gesamtverkehrskonzept und setzt entsprechende Massnahmen um.

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