Uster wird bis 2035 auf 40’000 Einwohner anwachsen. Was muss getan werden, damit dieses Wachstum allgemeinverträglich ist?
Petra Bättig: Ich finde es eine grosse Chance, dass in Uster dank dieses Wachstums die weitere Entwicklung nochmals bewusst diskutiert werden kann. Mir ist wichtig, dass vor allem das Zentrum verdichtet und belebt wird. Die Planung muss schrittweise und vorausschauend gemacht werden und das Resultat muss sozial, finanziell und ökologisch verträglich sein. Auch müssen Bevölkerung, Kulturschaffende und das Gewerbe weiterhin einbezogen werden.
In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Uster zu. Was ist nötig, damit die Stadt das finanziell verkraften kann?
Uster wächst. Das bietet eine gute Gelegenheit, Prozesse effizienter zu machen und die Auslastung von städtischen Angeboten zu erhöhen. Wenn wir zudem sorgfältig zwischen nötig und wünschbar unterscheiden, privaten Initiativen den nötigen Raum geben, statt sie zu behindern, und nicht nur Hochglanzlösungen planen, werden wir unsere Finanzen im Griff halten.
«Uster hat alles, was eine Stadt ausmacht und ist doch fast ein Dorf.»
Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda? Haben Sie gar eine Vision für Uster?
Wir bauen Uster nicht nur für morgen, sondern müssen bereits heute an neue Entwicklungen denken. Wie verändert sich der Verkehr, wenn selbstfahrende Elektromobile unterwegs sind? Aber auch: Wie können wir verdichten und dabei ein belebtes Zentrum schaffen? Ich finde, hohe Häuser, eine coole Skyline als Kontrast zum historischen Schloss stehen Uster als ehemalige Industriestadt gut. Dafür können wir die Natur am See auch in Zukunft geniessen. Dazu setze ich mich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein, zum Beispiel mit dem Ausbau des Tageschulangebots, und für einfachere Bewilligungsverfahren für das Gewerbe oder für die Nutzung erneuerbarer Energie.
Der Gemeinderat hat beschlossen, dass das Ustermer Stadtzentrum an vier Wochenenden für Autos gesperrt werden muss. Was halten Sie davon?
Ich finde den Vorstoss wenig durchdacht. Wir alle wollen ein attraktives Zentrum, wo man sich in der Freizeit gerne aufhält. Doch nur, weil Autos verbannt werden, wird das Zentrum nicht belebter.

