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Petra Bättig: «Eine coole Skyline steht Uster gut an»

«Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie bewirken? Und wie sehen Sie die Stadt, in der Sie politisieren?»: Züriost stellt allen Kandidierenden für den Ustermer Stadtrat dieselben zehn Fragen. An der Reihe ist diesmal Petra Bättig (FDP), die in Uster von 2008 bis 2012 Gemeinderätin war und nun in die Regierung möchte.

Petra Bättig staunt nach eigenen Angaben oft darüber, was in Uster im Bereich Kultur alles läuft - und dies trotz der Nähe zu Zürich. (Foto: PD)

Petra Bättig: «Eine coole Skyline steht Uster gut an»

Uster wird bis 2035 auf 40’000 Einwohner anwachsen. Was muss getan werden, damit dieses Wachstum allgemeinverträglich ist? 
Petra Bättig: Ich finde es eine grosse Chance, dass in Uster dank dieses Wachstums die weitere Entwicklung nochmals bewusst diskutiert werden kann. Mir ist wichtig, dass vor allem das Zentrum verdichtet und belebt wird. Die Planung muss schrittweise und vorausschauend gemacht werden und das Resultat muss sozial, finanziell und ökologisch verträglich sein. Auch müssen Bevölkerung, Kulturschaffende und das Gewerbe weiterhin einbezogen werden. 

In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Uster zu. Was ist nötig, damit die Stadt das finanziell verkraften kann?
Uster wächst. Das bietet eine gute Gelegenheit, Prozesse effizienter zu machen und die Auslastung von städtischen Angeboten zu erhöhen. Wenn wir zudem sorgfältig zwischen nötig und wünschbar unterscheiden, privaten Initiativen den nötigen Raum geben, statt sie zu behindern, und nicht nur Hochglanzlösungen planen, werden wir unsere Finanzen im Griff halten. 

«Uster hat alles, was eine Stadt ausmacht und ist doch fast ein Dorf.»

Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda? Haben Sie gar eine Vision für Uster?
Wir bauen Uster nicht nur für morgen, sondern müssen bereits heute an neue Entwicklungen denken. Wie verändert sich der Verkehr, wenn selbstfahrende Elektromobile unterwegs sind? Aber auch: Wie können wir verdichten und dabei ein belebtes Zentrum schaffen? Ich finde, hohe Häuser, eine coole Skyline als Kontrast zum historischen Schloss stehen Uster als ehemalige Industriestadt gut. Dafür können wir die Natur am See auch in Zukunft geniessen. Dazu setze ich mich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein, zum Beispiel mit dem Ausbau des Tageschulangebots, und für einfachere Bewilligungsverfahren für das Gewerbe oder für die Nutzung erneuerbarer Energie.

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass das Ustermer Stadtzentrum an vier Wochenenden für Autos gesperrt werden muss. Was halten Sie davon?
Ich finde den Vorstoss wenig durchdacht. Wir alle wollen ein attraktives Zentrum, wo man sich in der Freizeit gerne aufhält. Doch nur, weil Autos verbannt werden, wird das Zentrum nicht belebter. 

Was mögen Sie an Uster, und was nicht?
Ich fühle mich sehr wohl hier. Uster hat alles, was eine Stadt ausmacht und ist doch fast ein Dorf, wo man sich kennt und trifft. Und natürlich trägt der See viel zur Lebensqualität bei. 

«Es wäre schön, hier wieder ein Kino zu haben.»

Wie schätzen Sie Sicherheit und Sauberkeit in Uster ein? 
Ich empfinde Uster als sauber und sicher. Wenn mich als Mutter trotzdem ein mulmiges Gefühl beschleicht, wenn die Kinder spät unterwegs sind, dann hat dies wenig mit objektiven Gefahren zu tun. 

Bestehen in Uster genügend Angebote in den Bereichen Kultur, Gastronomie, Vereinsleben und Sport? 
Wir haben ein tolles Angebot an Sport, welches weit über Uster hinaus bekannt ist. Auch im Bereich Kultur staune ich oft, wie viel – trotz der Nähe zu Zürich – läuft.  Aber klar, schön wäre es, hier wieder ein Kino zu haben oder eine weitere tolle Bar – eben vielleicht als «Rooftop-Bar» auf dem Stadthaus?

Gibt es in Uster ausreichend günstigen Wohn- und Gewerberaum?
Eine gute Durchmischung mit Wohnungen in allen Preisklassen ist vorhanden. Dies muss beibehalten werden. Beim Gewerberaum sind wir gefordert, genügend Flächen und Bauland für neue Arbeitsplätze vorzusehen. 

«Wenn Uster wachsen soll, braucht es ein klares Konzept.»

Uster hat eine rekordtiefe Sozialhilfequote. Ist dies das Resultat guter Arbeit oder Ausdruck einer zu grossen Härte im Umgang mit Klienten?
Da wird vieles richtig gemacht. Die Klienten werden dabei unterstützt, rasch wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Das finde ich einen guten Ansatz. 

Wie beurteilen Sie die Situation der verschiedenen Verkehrsteilnehmer?
Barrieren, fehlende Velowege, der Abendverkehr…, das alles hat mich auch schon geärgert. Etwas Verkehr gehört zwar zu einer richtigen Stadt, aber wenn Uster wachsen soll, braucht es ein klares Konzept, damit der Verkehr ausserhalb fliessen kann und das Zentrum möglichst fussgängerfreundlich gestaltet wird. 

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