Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Bäumle: «Eine Vision wäre ein klimaneutrales Dübendorf»

Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie bewirken? Und wie sehen Sie die Stadt, in der Sie politisieren?»: Züriost stellt allen Kandidierenden für den Dübendorfer Stadtrat dieselben zehn Fragen. Den Auftakt macht Martin Bäumle (GLP/GEU), der seit 20 Jahren im Stadtrat von Dübendorf sitzt und dort für die Finanzen zuständig ist.

Martin Bäumle bedauert, dass die Stadt Dübendorf kein eigentliches Zentrum hat. (Foto: PD)

Bäumle: «Eine Vision wäre ein klimaneutrales Dübendorf»

Die Stadt an der Glatt wächst vor allem an den Rändern massiv. Unterstützen Sie eine weitere Urbanisierung oder soll Dübendorf im Kern ein Dorf bleiben?
Die positive Entwicklung zum Beispiel im Hochbord oder Zwicky-Areal ist auch ein Erfolg unseres jahrelangen politischen Engagements. Dank S-Bahn, Glattalbahn,  der Nähe zu Zürich und zum Flughafen sind attraktive Wohn- und Arbeitsplätze entstanden. Eine Verdichtung auch in bestehenden Quartieren von Dübendorf ist sinnvoll, muss aber mit der Erhaltung und gezielten Schaffung von Frei- und Grünräumen ergänzt werden. Ein Zentrum hat Dübendorf leider immer noch nicht. Darum setze ich mich auch in Zukunft für einfache und kostengünstige Verkehrslösungen wie Begegnungszonen am Bahnhof oder im Zentrum ein. 

Entgegen den Plänen von Bund und Kanton will der Stadtrat die Privatfliegerei vom Flugplatz Dübendorf fernhalten. Ist das Wunschdenken oder lohnt sich der Kampf?
Der Stadtrat hat einen klaren Volksauftrag für einen historischen Flugplatz mit Werkflügen, und wer nicht kämpft, hat schon verloren. Zudem ist das Konzept der Gemeinden nicht nur besser für Bevölkerung, Natur und Umwelt, sondern auch das Einzige, das finanziell funktioniert. Dank höherer Lebensqualität und hoher Wertschöpfung werden Steuereinnahmen gesichert. Zudem: Nur ein reduzierter Flugbetrieb bringt Synergien mit einem Innovationspark.

«Dübendorf ist meine Heimat und ich komme – egal woher – immer wieder gerne nach Hause.»

In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Dübendorf zu. Was ist nötig, damit die Stadt das finanziell verkraftet?
Die Stadt muss klare Prioritäten setzen und die Projekte kosteneffizienter umsetzen und dabei auch Kooperationen mit Privaten zur Optimierung – zum Beispiel beim Hallenbad oder im Alters- und Pflegebereich – angehen. Ein Neubau mit Verdichtung sollte oft massiv teureren und landfressenden Sanierungen gerade veralteter Schulanlagen vorgezogen werden.

Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda? Haben Sie gar eine Vision?
Ich werde weiterhin für gesunde Finanzen und eine intakte Umwelt einstehen. Meine Vision eines Innovationsparks vor über 20 Jahren geht nun in die Realisierung. Eine neue Vision wäre ein klimaneutrales Dübendorf – Plus-Energie-Häuser als Standard und nur noch säuselnde solarbetriebene Elektromobile neben Velos, E-Bikes, Fussgängern und – wie in meiner Jugend – wieder spielenden Kindern auf Quartierstrassen.

Was mögen Sie an Dübendorf, und was nicht?
Dübendorf ist meine Heimat und ich komme – egal woher – immer wieder gerne nach Hause. Dübendorf ist eine spannende Stadt mit vielen Möglichkeiten – nahe der Stadt Zürich und doch auch nahe zur Erholung.

«Ich wünsche mir deutlich mehr niederschwellige Präsenz der Gemeindepolizei.»

Wie schätzen Sie Sicherheit und Sauberkeit in Dübendorf ein?
Ich wünsche mir deutlich mehr niederschwellige Präsenz der Gemeindepolizei zu Fuss oder mit dem Velo in Quartieren und im Zentrum. Das bringt mehr Sicherheit für alle. Zudem gäbe es weniger Littering, mehr Sauberkeit – und damit steigt die Lebensqualität. 

Gibt es in Dübendorf genügend Angebote in den Bereichen Kultur, Gastronomie, Vereinsleben und Sport?
Ja, aber die bestehende Infrastruktur könnte noch besser genutzt werden, und mehr Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden wäre sinnvoll und günstiger. Während wir heute genug Saalkapazitäten haben, könnte ein vernünftiges Hallenbad beim Freibad eine Bereicherung darstellen.

«Die Fakten zeigen, dass die geäusserte Kritik an der Sozialabteilung weitestgehend unbegründet war.»

Gibt es in Dübendorf ausreichend günstigen Wohn- und Gewerberaum?
Mit einer Innenverdichtung und kleineren Wohneinheiten könnte mehr erreicht werden als mit subventioniertem Wohnungsbau.  Die Stadt unterstützt aber gezielt auch auf eigenen Grundstücken Wohnungsbau mit Kostenmiete.

Die Sozialabteilung in Dübendorf wird immer wieder öffentlich kritisiert. Läuft da etwas falsch oder ist die Kritik unbegründet?
Die Fakten zeigen, dass die geäusserte Kritik weitestgehend unbegründet war. Trotzdem konnten durch die offene Diskussion sinnvolle Verbesserungen erzielt werden.

Wie beurteilen Sie die Situation der verschiedenen Verkehrsteilnehmer? Ist Dübendorf für Velofahrer ein Paradies und für Autofahrer die Hölle? Oder vielleicht umgekehrt?
Weder noch. In Dübendorf werden immer noch  teure und fragwürdige Massnahmen zum Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer umgesetzt. Dabei wäre oftmals Tempo 30 in den Quartieren viel günstiger und sicherer.  

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns