Die Stadt an der Glatt wächst vor allem an den Rändern massiv. Unterstützen Sie eine weitere Urbanisierung oder soll Dübendorf im Kern ein Dorf bleiben?
Die positive Entwicklung zum Beispiel im Hochbord oder Zwicky-Areal ist auch ein Erfolg unseres jahrelangen politischen Engagements. Dank S-Bahn, Glattalbahn, der Nähe zu Zürich und zum Flughafen sind attraktive Wohn- und Arbeitsplätze entstanden. Eine Verdichtung auch in bestehenden Quartieren von Dübendorf ist sinnvoll, muss aber mit der Erhaltung und gezielten Schaffung von Frei- und Grünräumen ergänzt werden. Ein Zentrum hat Dübendorf leider immer noch nicht. Darum setze ich mich auch in Zukunft für einfache und kostengünstige Verkehrslösungen wie Begegnungszonen am Bahnhof oder im Zentrum ein.
Entgegen den Plänen von Bund und Kanton will der Stadtrat die Privatfliegerei vom Flugplatz Dübendorf fernhalten. Ist das Wunschdenken oder lohnt sich der Kampf?
Der Stadtrat hat einen klaren Volksauftrag für einen historischen Flugplatz mit Werkflügen, und wer nicht kämpft, hat schon verloren. Zudem ist das Konzept der Gemeinden nicht nur besser für Bevölkerung, Natur und Umwelt, sondern auch das Einzige, das finanziell funktioniert. Dank höherer Lebensqualität und hoher Wertschöpfung werden Steuereinnahmen gesichert. Zudem: Nur ein reduzierter Flugbetrieb bringt Synergien mit einem Innovationspark.
«Dübendorf ist meine Heimat und ich komme – egal woher – immer wieder gerne nach Hause.»
In den nächsten Jahren kommen grosse Investitionen auf Dübendorf zu. Was ist nötig, damit die Stadt das finanziell verkraftet?
Die Stadt muss klare Prioritäten setzen und die Projekte kosteneffizienter umsetzen und dabei auch Kooperationen mit Privaten zur Optimierung – zum Beispiel beim Hallenbad oder im Alters- und Pflegebereich – angehen. Ein Neubau mit Verdichtung sollte oft massiv teureren und landfressenden Sanierungen gerade veralteter Schulanlagen vorgezogen werden.
Wenn Sie gewählt werden: Welche Themen setzen Sie auf die politische Agenda? Haben Sie gar eine Vision?
Ich werde weiterhin für gesunde Finanzen und eine intakte Umwelt einstehen. Meine Vision eines Innovationsparks vor über 20 Jahren geht nun in die Realisierung. Eine neue Vision wäre ein klimaneutrales Dübendorf – Plus-Energie-Häuser als Standard und nur noch säuselnde solarbetriebene Elektromobile neben Velos, E-Bikes, Fussgängern und – wie in meiner Jugend – wieder spielenden Kindern auf Quartierstrassen.

