Drei wollen das Stadtpräsidium
Lothar Ziörjen (BDP) tritt nach 24 Jahren im Stadtrat und zwölf Jahren als Stadtpräsident nicht mehr zur Wiederwahl an. Ein Bisheriger, ein Rückkehrer und ein Neuling wollen nun seine Nachfolge antreten. André Ingold (SVP) ist seit 2006 Sicherheitsvorstand. Er war bei den Erneuerungswahlen stets vorne mit dabei und ist vielseitig engagiert; das OK des Dorffests etwa präsidierte er während 20 Jahren.
Theo Zobrist ist der zweite Anwärter für das Stadtpräsidium. Der jazzbegeisterte SP-Mann sass 16 Jahre im Gemeinderat und versuchte den Einzug in den Stadtrat bereits 2006 im Zweierticket mit Andrea Kennel – am Ende blieben beide erfolglos. Schafft er diesmal die Rückkehr in die Politik, dann sind die Sozialdemokraten nach 20 Jahren zurück im Stadtrat.
Ein Exot ist Patrick Jetzer, der für die unbekannte Ethische Partei Schweiz (EPS) ins Rennen geht, die in der ganzen Deutschschweiz nur eine Handvoll Mitglieder hat. Die thematische Ausrichtung der Partei ist national, wenn nicht global; Jetzer möchte sie nun aufs Lokale runterbrechen. Das Amt des Stadtpräsidenten ist für ihn, der politisch völlig unerfahren ist, ein durchaus ehrgeiziges Ziel. Ihm selber gehe es mit der Kandidatur auch darum, Erfahrungen zu sammeln, sagt er.
Von den bisherigen Stadträten treten Martin Bäumle (GLP/GEU), Jürgen Besmer (FDP) und Dominic Müller (CVP) erneut an. Kurt Spillmann (SVP), die Reizfigur der Dübendorfer Linken, hat nach vier Amtsperioden genug. Den SVP-Sitz halten möchte Jacqueline Hofer – und dieses Ziel verfolgt sie mit einer aufwändigen Inserate- und Plakatkampagne. Hofer ist seit zehn Jahren Gemeinderätin und eine umtriebige Fürsprecherin in Sachen Gewerbe und Militärflugplatz.
Insgesamt drei krasse Aussenseiter
Fast so etwas wie ein politischer Senkrechtstarter ist Hanspeter Schmid (BDP). 2014 in den Gemeinderat gewählt, war er bereits im Amtsjahr 2016/17 Ratspräsident und damit höchster Dübendorfer. Und nun hat er also die Stadtregierung im Visier. Ganz nach seinem Motto: «Wenn ich etwas anpacke, dann richtig.»
André Winkler politisiert mit seiner Partei weit entfernt von jedem Links/Rechts-Schema.
Véronique Wahl ist die zweite Vertreterin der Ethischen Partei Schweiz. Wie ihr Partner Patrick Jetzer betritt sie mit ihrer Kandidatur für den Stadtrat politisches Neuland. Als Lehrerin sind ihr unter anderem Bildungsthemen wichtig.
Ein Aussenseiter ist auch André Winkler, der mit seiner Partei der freidenkenden Bürger weit entfernt von jedem Links/Rechts-Schema politisiert und in letzter Zeit vor allem als Kritiker des Sozialamts auftritt. Der begeisterte Facebook-Nutzer trat bereits vor vier Jahren für die Stadtratswahl an und erhielt klar am wenigsten, aber dennoch immerhin 695 Stimmen.
Toni Lanzendörfer fordert Susanne Hänni heraus
Der siebte Sitz im Stadtrat bekleidet von Amtes wegen die Präsidentin oder der Präsident der Primarschulpflege. Vor vier Jahren erbte Susanne Hänni (GLP/GEU) das Präsidium kampflos von Edith Jöhr (BDP), diesmal macht ihr Toni Lanzendörfer das Amt streitig. Das SP-Urgestein sass von 2006 bis 2010 im Gemeinderat und ist seit 2010 Mitglied der Primarschulpflege. Lanzendörfer ist für die Sozialdemokraten also die zweite Chance, künftig in der Dübendorfer Regierung mitzutun.
Auch für die weiteren Sitze in der Primarschulpflege gibt es eine Kampfwahl. Sieben Bisherige und sechs Neue kandidieren hier für die neun Sitze. Ursina Donnerstag Klomp (parteilos) und Martina Müller (CVP) treten nicht mehr an.
Hinter Andreas Sturzenegger wird es eng
Nicht umstritten ist das Präsidium der Sekundarschulpflege Dübendorf-Schwerzenbach. Hier sitzt der Gockhauser Andreas Sturzenegger (FDP) wie schon bei der Erneuerungswahl vor vier Jahren fest im Sattel. Dahinter wird es allerdings eng, bewerben sich doch neun Personen für die insgesamt sieben Sitze, darunter drei Neue. Charlotte Meyer (SVP) will keine weitere Amtszeit anhängen.
Bei dieser Wahl haben die Stimmberechtigten der Nachbargemeinde Schwerzenbach auch noch ein Wörtchen mitzureden.
Neuer Präsident der reformierten Kirchenpflege
Zu einer Wachablösung kommt es an der Spitze der reformierten Kirchenpflege Dübendorf-Schwerzenbach. Der bisherige Präsident Peter Bless (BDP) stellt sich nicht mehr zur Verfügung. Seinen Platz möchte Werner Benz (SVP, bisher) einnehmen. Eine Kampfwahl um die übrigen Sitze gibt es nicht.
Auch bei der römisch-katholischen Kirchenpflege entspricht die Anzahl Sitze der Anzahl Kandidaturen. Der amtierende Präsident Markus Zeier bewirbt sich für eine weitere Legislatur. Für das Präsidium der Rechnungsprüfungskommission der Katholischen Kirchgemeinde kandidiert der Bisherige Reto Von Atzigen.
