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Meret Schneider mit einem «Best-of-Velofails»

An der Ratssitzung vom Montag ging es auch um die Anliegen der Ustermer Velofahrer und wie diese bei künftigen Strassenbauten berücksichtigt werden. Ein entsprechender Vorstoss sei unnötig, weil die Kompetenzen klar geregelt sind, sagen Gegner. Nötig, weil Velofahrer sonst in einen Baum fahren, sagt eine Befürworterin.

Gemeinderätin Meret Schneider (Grüne) ärgert sich über die Markierung beim Veloabzweiger auf der Oberlandstrasse Richtung Coop. (Archivfoto: Christian Merz) , Auch die fehlenden Unterstände im Einkaufszentrum Illuster kamen in der Gemeinderatssitzung zur Sprache. (Foto: Archiv), Das Postulat «sichere Veloverbindungen in Uster» wurde am Montag während der Sitzung des Gemeinderates behandelt. (Foto: Archiv)

Meret Schneider mit einem «Best-of-Velofails»

Als in der Gemeinderatssitzung vom Montagabend das Postulat «Sichere Veloverbindungen in Uster» behandelt wurde, zeigte sich in den Reden der Befürworter und Gegner eine Gemeinsamkeit:  Alle waren auf dem Velo an die Versammlung geradelt. Gemeinderatspräsident Balthasar Thalmann (SP) liess es sich im Laufe der Debatte nicht nehmen, zu bemerken: «Es gehört zum Standard, dass zuerst gesagt wird, wie man hierhergekommen ist. Ich wüsste gerne, wie es wäre, wenn es um ein Postulat zu einem Heli-Landeplatz  ginge.» 

Bei neuen Bauprojekten oder Strassensanierungen werden die Velofahrer in Uster als lebende Bremselemente eingesetzt.
Ursula Räuftlin, Gemeinderätin (GLP)

«Velofahrer als lebende Bremselemente»

Postulantin Ursula Räuftlin (GLP) fordert mit ihrem Vorstoss, dass die Stadt Uster eigene Bau- und Qualitätsstandards für den Veloverkehr definiere. Diese sollen bei der Planung von Strassenneubauten-und Sanierungen eingehalten werden. Räuftlin sprach als erste zum Geschäft: «Bei neuen Bauprojekten oder Strassensanierungen werden die Velofahrer in Uster als lebende Bremselemente eingesetzt, um das Tempo der Autofahrer tief zu halten.» Die Velofahrer würden sich auf der Strasse unsicher fühlen und  aufs Trottoir ausweichen, was wiederum für die Fussgänger gefährlich werde. Ähnliches blühe bei der Sanierung der Gschwaderstrasse: «Dort gibt es ein 3,5 Meter breites Trottoir, dafür kein Radstreifen, sondern nur ein wenig Farbkleckse von 60 Zentimeter am Strassenrand.»

Alle Normen bestehen bereits und genügen den Anforderungen.
Matthias Bickel, Gemeinderat (FDP)

Stadtrat will  sofortige Ablehnung

Stadtrat Thomas Kübler (FDP) verzichtete auf das Wort und verwies auf die schriftliche Stellungnahme des Stadtrates. Dieser empfiehlt dem Gemeinderat die sofortige Ablehnung. Unter anderem begründet der Stadtrat in seinem Schreiben die Ablehnung damit, dass bereits verbindliche Standards gemäss dem Verband der schweizerischen Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) festgehalten seien. Zudem lägen wichtige Veloverbindungen in Uster in der Kompetenz des Kantons. 

Tatsächlich werden immer mal wieder Velomarkierungen vorgenommen. Allerdings offenbar von Leuten, die nicht Velo fahren.
Meret Schneider, Gemeinderätin (Grüne)

«Best-of-Velofails»

So richtig in die Pedale trat dann die Grüne Meret Schneider bei ihrer Rede: «Tatsächlich werden immer mal wieder Velomarkierungen vorgenommen. Allerdings offenbar von Leuten, die nicht Velo fahren. Wie sonst ist es zu erklären, dass man beim Veloabzweiger auf der Oberlandstrasse Richtung Coop direkt entweder in einen Baum oder in eine Sitzbank fährt?»
Auf weitere Beispiele von  Schneider für ihre, nach eigenen Worten, «Best-of-Velofails-Liste»,  erwiderte SVP-Gemeinderat Hans Denzler: «Ich bin auch mit dem Velo gekommen und habe mich nicht so schlecht gefühlt dabei. Einen Baum erkenne ich immer noch rechtzeitig.»

Denzler verwies weiter auf das Projekt Stadtraum 2035, welches auch eine Analyse über das Mobilitätsverhalten und Verkehrsinfrastruktur enthalte.  Mit eigenen verbindlichen Bau- und Qualitätsstandards werde die Bürokratie nur zusätzlich ausgebaut. FDP-Gemeinderat Matthias Bickel stellte sich hinter die Argumentation des Stadtrats und verwies auf die kantonale Stellen und den VSS. «Alle Normen bestehen bereits und genügen den Anforderungen», so Bickel. Das Postulat werde weder bessere Veloverbindungen schaffen, noch zu mehr Velosicherheit beitragen.

Verschlimmbesserungen

Am Ende der Debatte Stand die Rede von Gemeinderätin Karin Niedermann (SP):«Es gibt eine ganze Liste von unsicheren Strassenabschnitten und gerade Sanierungen von Strassenabschnitten haben aus Sicht der Velofahrenden zu Verschlimmbesserungen bezüglich Sicherheit geführt.» Als Beispiel nennt Niedermann die Oberlandstrasse mit dem aktuell unterbrochenen Velostreifen und dem abrupten Ende. Sie nutzte die Gelegenheit am Rednerpult und machte auch noch auf die SP-Veloinitiative aufmerksam, zu der gegenwärtig die Unterschriftensammlung läuft.

Bei der Abstimmung zählte Balthasar Thalmann anfangs wohl ein paar Velos dazu. Wie sonst ist es zu erklären, dass der ansonsten souveräne Gemeindepräsident das Ergebnis verkündetet: «Das Postulat wird mit 33 zu 15 Stimmen überwiesen.» Thalmann bemerkte seinen Fauxpas sogleich und korrigierte sich. Das Postulat «Sichere Veloverbindungen in Uster» von Ursula Räuftlin wurde schliesslich – korrekt verkündet – mit 19 zu 15 Stimmen überwiesen. 
 

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