Frackwochen bleiben erhalten
Mit dem Tagen von Bart und Frack feierten die Absolventen des Technikums in Winterthur in 1920er-Jahren ihren Eintritt in die Erwachsenenwelt. Auch wenn das Technikum inzwischen School of Engineering der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften heisst, besteht diese Tradition noch heute.
Konflikt um Lärm und Bierkonsum
Die Winterthurer Frackwoche befinde sich aber seit jeher im Konfliktfeld mit der Schulleitung, hielten zwei Kantonsräte von AL und Grünen in einer Anfrage fest. Die Leitung sehe darin eher die störende Komponente für den Unterricht als eine kulturelle Bereicherung für die Schule und die Stadt.
Indem unter anderem die Frackwoche auf drei Tage verkürzt, der Alkoholausschank vor 18 Uhr verboten und die Konzertlautstärke reduziert werde, gefährde die Schulleitung den Anlass. Wie denn der Regierungsrat zur traditionellen Frackwoche stehe, wollten die beiden Politiker wissen.
Die Schule besorge ihre Geschäfte im Rahmen des Gesetzes in eigener Verantwortung. Die Festlegung von Rahmenbedingungen für kulturelle Veranstaltungen fiele in die Kompetenz des Rektorats. Der Regierungsrat äussere sich deshalb nicht zu studentischen Traditionen, hält er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort fest.
Öffentliche Party
Er verweist darin aber darauf, dass sich die negativen Vorkommnisse im Umfeld der Frackwoche gehäuft hätten. «War die Frackwoche früher eine Abschlussfeier von Studierenden für Studierende, hat sie sich mittlerweile zu einer öffentlichen Partyveranstaltung entwickelt.»
Im gegenseitigen Einvernehmen seien nun die offenen Fragen für die Frackwoche 2018 geklärt worden, schreibt die Regierung weiter. So gelte das Alkoholverbot vor 18 Uhr nur in den Schulräumen. Zudem sollen Lärmemissionen auf dem Vorplatz zum Campus beschränkt werden. Diese Rahmenbedingungen «sind die Voraussetzung dafür, dass dieser Anlass auch künftig durchgeführt werden kann.» (sda)
