Kleinste Mosaiksteine für grosse Überbauung
Ein Quadratzentimeter kleine farbige Glassteine sollen den gesamten Boden des Lichthofes im Ustermer Feuerwehrgebäude schmücken. Als Vorlage für das Mosaik «Oel auf Wasser» diente der Zürcherin Judith Albert eine eigene Fotographie. Die Künstlerin hat den Wettbewerb Kunst am Bau gewonnen. Die Jury, zusammengesetzt aus Fach- und Sachjuroren, wählte im Sommer fünf Kunstschaffende für diesen Wettbewerb aus. Anfangs Dezember präsentierten die Künstler ihre Arbeiten. Tags darauf kam diese zur Beurteilung zusammen und erkor Albert mit dem Projekt «Oel auf Wasser» zur Siegerin. Die Jury schreibt in ihrer Auswertung, dass die Arbeit vollends überzeugt habe, unter anderem weil sie ein altes Handwerk wieder aufleben liess.
Ich rechne mit rund drei Wochen Arbeitszeit für die Verarbeitung von rund einer Million Mosaiksteinen.
Judith Albert, Künstlerin
Vorfreude
Cla Famos, Abteilungsvorsteher Finanzen der Stadt Uster, sagte in seiner gestrigen Rede an der Vernissage: «Wir freuen uns auf das Kunstwerk.» Und Christian Zwinggi, Abteilungsleiter Präsidiales, betonte: «Kunst ist wichtig für die Identität der Stadt.»
Sie habe sich bei der Teilnahme des Wettbewerbs überlegt, sagte Judith Albert, was das für ein Ort sei, wo die Kunst stehe. «Feuerwehr und Oelwehr hat dann den Titel Oel auf Wasser ergeben.» Zusammen mit ihrem Lebenspartner und einem weiteren Helfer will sie das Werk angehen. «Ich rechne mit rund drei Wochen Arbeitszeit für die Verarbeitung von rund einer Million Mosaiksteinen.» Je nach Licht- und Wetterverhältnissen würden die 50 bis 60 Farbtöne für ein unterschiedliches Betrachtungsbild sorgen, so Albert.
Uster die Kunst-Stadt
Famos sagte, das Mosaik «Oel auf Wasser» nehme den Boden des Lichthofes gut ein und sei stimmig. «Als Präsident der Baukommission war es mir wichtig, dass wir auch in einem Werk-, Feuerwehr- und Polizeigebäude Kunst am Bau integrieren und dabei nach den aktuellen Standards vorgehen. Uster ist auch eine Kunst-Stadt», so Famos. Die Gefahr, dass die Kunst am Boden durch das Geläufe der Angestellten Schaden nehme, bestehe nicht. «Der Lichthof ist grundsätzlich nicht begehbar und somit wird das Mosaik kaum von Schuhabsätzen abgenutzt.»
Kunst für wenige Augen
Allerdings wird das Kunstwerk von Judith Albert erst nach den Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten des Werkhofareals an der Dammstrasse, voraussichtlich im Winter 2019, zu sehen sein (Siehe Box). Und dann auch nur für die wenigen Besucher, denen der Zugang in das Ustermer Feuerwehrgebäude vergönnt ist.
Die Stadt kaufe auch andere Kunstwerke, die nicht für jedermann zugänglich seien, sagte Famos. Das gehöre auch zum Konzept Kunst am Bau von Uster. So seien auch Bilder oder Plastiken in Verwaltungsgebäuden ausgestellt. «Dabei wird Kunst nicht vorenthalten, sondern einfach dort platziert, wo sie besonders gut zur Geltung komme», so Famos.
Ein Feuerwehrmann sah sich die Bilder von Alberts Kunstwerk an den Stellwänden an und sagte: «Das ist mein letztes Jahr bei der Feuerwehr Uster. Schade, dass sowas nicht früher gebaut wurde.»
Bauprojekt und Kosten
Für Kunst am Bau ist im Kostenvoranschlag ein Betrag von 150‘000 Franken enthalten. Dieser ist Teil des 2016 vom Stadtrat genehmigten Baukredits für die Sanierung und Erweiterung der «Dammstrasse, Gesamtsanierung Werkliegenschaft» und die Sanierung der neuen Hauptsammelstelle in der Loren von total rund 25,9 Millionen Franken.
Der Gemeinderat nahm den Baukreditantrag einstimmig an, die Stimmberechtigten hiessen ihn daraufhin mit 84 Prozent deutlich gut. Die Ausstellung kann noch bis zum 9. Februar in der Dammstrasse 7 in Uster besichtigt werden.
