Diese Kandidatur dürfte dem Wahlkampf für den Ustermer Stadtrat Schwung verleihen: Urs Lüscher tritt an, um für die EVP einen Exekutivsitz zu erobern. Der 50-Jährige ist in Uster eine bekannte Person. Früher Geschäftsführer einer Elektronikfirma , inzwischen wegen einer Augenkrankheit fast blind, macht er sich seit Jahren für Menschen mit einer Behinderung stark.
Wegen dieser Tätigkeit habe er auch so lange gewartet, seine Kandidatur bekannt zu geben, sagt Lüscher. «Ich wollte nicht, dass mein Engagement nur als Wahlkampf wahrgenommen wird.» Das habe für den Ustermer Neujahrsball gegolten, den er dieses Jahr zum neunten und letzten Mal organisierte.
Etablierte Parteien müssen bangen
Lüschers Kandidatur könnte die etablierten Parteien ins Schwitzen bringen. Bisher teilen sich die SVP, die FDP und die SP die sechs Stadtratssitze, zu denen noch das Primarschulpräsidium hinzukommt. Drei davon müssen im April sicher neu besetzt werden, da Stadtpräsident Werner Egli (SVP), Thomas Kübler (FDP) und Esther Rickenbacher (SP) nicht mehr antreten. EVP-Präsident Philipp Widmer sagt: «Wir sind zwar eine kleine Partei, dank der Bekanntheit und dem Leistungsausweis von Urs Lüscher rechnen wir uns aber intakte Chance aus.»
Bisher sind insgesamt zehn Kandidaten für den Stadtrat bekannt: Die bisherigen Barbara Thalmann (SP) und Cla Famos (FDP), die sich auch fürs Präsidium bewerben, sowie der bisherige Sicherheitsvorstand Jean-François Rossier (SVP). Dazu neu Anita Borer (SVP), Stefan Feldmann (SP), Petra Bättig (FDP), Karin Fehr (Grüne), Beatrice Caviezel (GLP), Silvio Foiera (EDU) sowie nun EVP-Mann Lüscher.

