Politik

Darum muss die «Sonne» Auslikon schon wieder schliessen

Nach nur knapp eineinhalb Jahren ist Schluss: Das Restaurant Sonne in Auslikon hat seit letztem Mittwoch nicht mehr geöffnet. Das Geschäft lief zu wenig gut. Liegenschaftsbesitzer Peter Näf denkt derweil schon an die Zukunft.

Die «Sonne» in Auslikon bleibt per sofort für unbestimmte Zeit geschlossen. (Archivfoto: PD), Verabschieden sich nach nur eineinhalb Jahren wieder aus Auslikon: Martin (links), Luzia und Simon Walser. (Archivfoto: PD)

Darum muss die «Sonne» Auslikon schon wieder schliessen

Schweins-Szegedinergulasch mit Semmelknödel und Gemüse – das Mittagsangebot vom 9. Januar war gewissermassen die «Henkersmahlzeit» im Restaurant Sonne in Auslikon. Nur wenige Stunden später verkündete die Familie Walser auf Facebook die sofortige Schliessung: «Liebe Freunde und Gäste, leider müssen wir aus wirtschaftlichen Gründen die Sonne per sofort schliessen. Wir bedanken uns bei allen für ihre Treue und wünschen allen nur das Allerbeste. Es grüsst von Herzen Familie Walser und Team.»

 

So bleiben die Türen der «Sonne» seit letzten Mittwoch geschlossen. Ruft man an, meldet sich Luzia Walser per Anrufbeantworter: «Wann es wieder weitergeht in der Sonne und wie, werden Sie in den Medien erfahren.» Doch gegenüber Züriost sagt die Thurgauerin nur: «Verschiedene Gründe haben zu unserer schlechten wirtschaftlichen Situation und zum Schliessen der Sonne geführt. Wir tragen die Konsequenzen dieser Situation und werden die Gerüchteküche im Zürcher Oberland nicht weiter anheizen.»

Gute Bewertungen

Die Schliessung kommt überraschend, bis zum plötzlichen Ende schien alles normal zu laufen. Und auch die Online-Bewertungen des Restaurants fielen mehrheitlich gut aus: Auf der Plattform Tripadvisor erhält die «Sonne» jedenfalls bei acht der zehn Bewertungen nach der Wiedereröffnung vom Juli 2016 die Noten gut bis sehr gut. Und auch auf Facebook gibt es bei 11 Bewertungen 4,4 von 5 möglichen Punkten.

 

Kaum Laufkundschaft

Werner Hotz, Präsident des Pfäffiker Gewerbevereins sagt, dass es nicht einfach ist, im Grossraum Pfäffikon respektive in ländlichen Gebieten einen Gastrobetrieb zu führen: «Das Klima wird immer härter. Wenn man nicht das perfekte Konzept hat, ist es extrem schwierig.» Die perfekte Mischung ist für Hotz, den Geschäftsführer der gleichnamigen Metzgerei, ein gutes Preis/Leistungsverhältnis, Talent, betriebswirtschaftliche Kenntnisse, ein gewisses Flair für die Gastronomie, Persönlichkeit und eine gute Speisekarte.

An den Anlässen «Kitchen on fire» waren das Küchenteam der «Sonne» durchaus kreativ.

Seien diese Faktoren nicht gut aufeinander abgestimmt, könne man sich als Restaurantbetreiber im Oberland kaum halten. Denn: «Anders als in der Stadt fehlt hier meist die Laufkundschaft.» Und die Konkurrenz ist gross: «Brutal gesagt setzen sich nur die Besten durch», sagt Hotz.

Richter gibt Tempo vor

Trotz der Schwierigkeiten sieht Liegenschaftsbesitzer Peter Näf weiterhin ein Restaurant an der Pfäffikerstrasse vor. «Es tut mir Leid für Familie Walser, dass es nicht geklappt hat. Ich möchte mich bei ihr für den Einsatz bedanken.» Gleichzeitig blickt Näf schon in die Zukunft: Er habe einen Nachfolger «in der Pipeline».

Wann die «Sonne» wieder aufgeht, steht aber noch in den Sternen. «Die Behörden geben das Tempo vor», sagt Näf. Erst wenn das allfällige Konkursverfahren sauber abgeschlossen sei, sei an eine Wiedereröffnung zu denken.

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