Der Ex-Libris in Rüti schliesst
Die Buchhandlung Ex-Libris schliesst zwei Drittel ihrer Filialen. Das gibt die Migros-Tochter am Mittwoch, 10. Januar bekannt. Der Grund ist laut Mediensprecherin Marie-Christine Schindler dass Kunden heute immer mehr online einkaufen und Filme, Musik, Bücher und Software/Games weitgehend digitalisiert verkauft werden. Im Zürcher Oberland ist die Filiale in Rüti von der Schliessung betroffen. In Uster bleibt die Filiale bestehen. Laut Schindler sei der Nutzungsgrad ausschlaggebend gewesen für die Wahl der zu schliessenden Filialen.
Die Buchhandlung vermochte die Einbussen im stationären Geschäft, welches in den vergangenen drei Jahren umsatzmässig und flächenbereinigt um einen Drittel zurückgegangen ist, nicht zu kompensieren, schreibt Ex Libris in ihrer Medienmitteilung. Deshalb sei die Migros-Tochter gezwungen gewesen, ihre Filialstruktur anzupassen. Ex Libris reduziert im laufenden Jahr die Zahl der stationären Verkaufsstellen von 57 auf 14 Filialen, wodurch 114 Stellen verloren gehen. Gemeinsam mit dem Kaufmännischen Verband (kfmv) und der Personalkommission als Sozialpartner erarbeitete Ex Libris nach eigenen Angaben einen Sozialplan mit flankierenden Massnahmen, um die mit dem Abbau verbundenen Auswirkungen für die betroffenen Mitarbeitenden abzufedern.
Online-Geschäft brachte zu wenig ein
Auch auf die Gründe geht der Medienhandel in seiner Mitteilung ein: So habe auch Ex Libris den Preiszerfall durch die Frankenstärke und den aggressiven Preiskampf der internationalen Online-Konkurrenz gespürt. Dennoch entwickelte sich das Tochterunternehmen der Migros mit mehr als 21 Millionen Artikeln zum grössten Medien-Online-Shop der Schweiz und zähle zu den Top 10 im gesamten Online-Handel. Demgegenüber zeige das Geschäft in den stationären Filialen seit Jahren eine stark rückläufige Tendenz.
Für viele Filialen komme erschwerend hinzu, dass längere Öffnungszeiten auch zu einem Kostenanstieg führten. Die bislang ergriffenen Massnahmen, um dem fundamentalen Strukturwandel im Handelsmarkt zu begegnen, reichten nur teilweise aus. Das florierende Online-Geschäft vermochte die Einbussen bei den stationären Verkäufen nicht zu kompensieren.
Diese Standorte bleiben
Bücher, Musik, Filme oder Games würden immer mehr online eingekauft, häufig auch bei internationalen Anbietern. «Diese Entwicklung bekommen unsere Ladengeschäfte in aller Härte zu spüren. Um weiterhin in Wachstumsbereiche investieren und als starkes Unternehmen in die Zukunft gehen zu können, müssen wir deshalb unser Filialnetz gesund aufstellen», sagt Daniel Röthlin, Unternehmensleiter von Ex Libris. «Das ist leider nicht ohne schmerzliche Eingriffe möglich.»
Dazu wurde das Marktpotenzial aller Standorte evaluiert. Aufgrund von Standortfaktoren wie Kundennachfrage, Lage und Entwicklungsmöglichkeiten wurde eine Gesamtbewertung vorgenommen. Im Ergebnis sieht sich der Händler gezwungen, das stationäre Verkaufsnetz von heute 57 auf 14 Filialen zu reduzieren. Künftig wird Ex Libris noch an folgenden Standorten stationär präsent sein:
- Illuster, Uster
- Glattzentrum, Wallisellen
- Rapperswil
- Aarau
- Basel Centralbahnplatz
- Bern Bahnhof
- Lenzopark, Lenzburg
- Lyss
- Pizolpark, Mels
- Sursee
- Wil SG
- Zürich Bahnhofplatz
- Zürich Limmatplatz
- Zürich Oerlikon
Die verbleibenden Filialen würden gezielt auf die aktuellen Kundenbedürfnisse hin modernisiert, um das sogenannte «Omni-Channel-Einkaufserlebnis» zu steigern.
114 Mitarbeiter entlassen
Die unvermeidlichen Filialschliessungen haben erhebliche personelle Auswirkungen. 114 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihren bisherigen Arbeitsplatz. «Wir sind uns bewusst, dass damit für die Betroffenen eine sehr belastende Zeit beginnt», sagt Daniel Röthlin. «Der Entscheid ist uns sehr schwer gefallen. Er schafft jedoch Klarheit und ist leider für die gesunde Zukunft von Ex Libris notwendig.» Die Geschäftsleitung werde alles daransetzen, für alle Betroffenen eine möglichst gute Lösung zu finden. Ein erster Schritt dazu ist bereits erfolgt: Gemeinsam mit der Personalkommission und dem Kaufmännischen Verband (kfmv) als Sozialpartner konnte im Rahmen des Konsultationsverfahrens ein Sozialplan verabschiedet werden. Dieser sieht zahlreiche Massnahmen vor, um die Auswirkungen für die Betroffenen abzufedern. Zunächst soll möglichst vielen Betroffenen innerhalb oder ausserhalb der Migros-Gruppe eine Stelle vermittelt werden.
Ex Libris bietet dazu eigens eine interne Anlaufstelle, welche die Mitarbeitenden hierbei unterstützt. Weiter verlängert Ex Libris beispielsweise die vertraglichen Kündigungsfristen. Für Mitarbeitende, die nach Ablauf der Kündigungsfrist keine neue Stelle haben, zahlt Ex Libris zusätzlich eine Abgangsentschädigung. (sda/dvw)