«Viel Lärm um nichts», bilanzierte der Dübendorfer Sozialvorstand Kurt Spillmann (SVP) im vergangenen Herbst, zehn Monate nachdem die Ombudsstelle ins Leben gerufen worden war. Insgesamt 31 Personen hatten sich bei Ombudsmann Anton Frauenfelder beschwert, 25 davon über die Sozialabteilung. Diese Zahl halte sich absolut im Rahmen, sagte Spillmann damals gegenüber den Medien und betonte, dass weder grobe Fehler festgestellt worden seien noch Sozialhilfe habe nachbezahlt werden müssen.
Die Ombudsstelle wurde im November 2016 versuchsweise für zwei Jahre eingesetzt, nachdem wiederholt Berichte über angeblich schikanöse Behandlungen auf dem Sozialamt und den rüden Umgangston einzelner Mitarbeitenden an die Öffentlichkeit gelangten. Das Ganze eskalierte, als bekannt wurde, dass die Leiterin des Sozialamts auf ihrem privaten Facebook-Account fremdenfeindliche Inhalte weiterverbreitete, darunter auch einen Post der rechtsextremen NPD.
Die Dunkelziffer
SP-Gemeinderätin Tanja Walliser ist alles andere als einverstanden mit Spillmanns Einschätzung; sie kritisiert, dass der Sozialvorstand das Problem runterspiele. 31 Beschwerden seien eine «erschreckend hohe Zahl» – und das nur in einem halben Jahr. Denn der Bericht berücksichtige lediglich die Monate November bis April. «Zudem braucht es immer seine Zeit, bis ein neues Angebot bekannt wird», so Walliser.
Auch glaubt die Gemeinderätin, dass gerade Flüchtlinge sich weniger getrauten, den Ombudsmann zu kontaktieren, da sie nicht abschätzen könnten, ob dies Auswirkungen auf ihre Situation in der Schweiz habe. «Die Dunkelziffer von Personen, die sich im Umgang mit städtischen Abteilungen schlecht behandelt fühlen, ist sicher nicht klein.»

