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Linke tritt vehement für die Ombudsstelle ein

SP und Grüne wollen, dass die unabhängige Ombudsstelle für die Dübendorfer Bevölkerung unbefristet weitergeführt wird. Die «erschreckend hohe Zahl» der Hilfesuchenden zeige, dass die Probleme im Sozialamt noch keineswegs gelöst seien, sagt Gemeinderätin Tanja Walliser.

Das Sozialamt und die politischen Verantwortlichen stehen weiter in der Kritik. (Bild: Thomas Bacher)

Linke tritt vehement für die Ombudsstelle ein

«Viel Lärm um nichts», bilanzierte der Dübendorfer Sozialvorstand Kurt Spillmann (SVP) im vergangenen Herbst, zehn Monate nachdem die Ombudsstelle ins Leben gerufen worden war. Insgesamt 31 Personen hatten sich bei Ombudsmann Anton Frauenfelder beschwert, 25 davon über die Sozialabteilung. Diese Zahl halte sich absolut im Rahmen, sagte Spillmann damals gegenüber den Medien und betonte, dass weder grobe Fehler festgestellt worden seien noch Sozialhilfe habe nachbezahlt werden müssen.

Die Ombudsstelle wurde im November 2016 versuchsweise für zwei Jahre eingesetzt, nachdem wiederholt Berichte über angeblich schikanöse Behandlungen auf dem Sozialamt und den rüden Umgangston einzelner Mitarbeitenden an die Öffentlichkeit gelangten. Das Ganze eskalierte, als bekannt wurde, dass die Leiterin des Sozialamts auf ihrem privaten Facebook-Account fremdenfeindliche Inhalte weiterverbreitete, darunter auch einen Post der rechtsextremen NPD.

Die Dunkelziffer

SP-Gemeinderätin Tanja Walliser ist alles andere als einverstanden mit Spillmanns Einschätzung; sie kritisiert, dass der Sozialvorstand das Problem runterspiele. 31 Beschwerden seien eine «erschreckend hohe Zahl» – und das nur in einem halben Jahr. Denn der Bericht berücksichtige lediglich die Monate November bis April. «Zudem braucht es immer seine Zeit, bis ein neues Angebot bekannt wird», so Walliser.

Auch glaubt die Gemeinderätin, dass gerade Flüchtlinge sich weniger getrauten, den Ombudsmann zu kontaktieren, da sie nicht abschätzen könnten, ob dies Auswirkungen auf ihre Situation in der Schweiz habe. «Die Dunkelziffer von Personen, die sich im Umgang mit städtischen Abteilungen schlecht behandelt fühlen, ist sicher nicht klein.»

«Lieber Schulden als Sozialamt»

Für Walliser ist die Ombudsstelle unverzichtbar für die Bevölkerung. «So gibt es eine klare Ansprechperson für die Leute», sagt sie. Und ein dringender Bedarf sei nach wie vor da. Aus ihrem Umfeld höre sie immer wieder von Personen, die sich über den Umgang im Sozialamt beschweren. «Es gibt Leute, die machen lieber Schulden als beim Sozialamt vorstellig zu werden, weil sie sich nicht erniedrigen lassen wollen. Das hält zwar Dübendorfs Sozialhilfe-Quote niedrig, treibt diese Menschen aber umso mehr in die Schuldenfalle.» Von Ombudsmann Anton Frauenfelder hingegen vernehme sie nur Gutes.

Wie der Stadtrat zur Verlängerung der Ombudsstelle steht, kann Walliser nicht abschätzen. Sie erwartet aber, dass die Exekutive den Vorstoss der SP/Grüne-Fraktion nicht einfach als Wahlpropaganda von links abtut. «Der Stadtrat sollte die Ombudsstelle als das ansehen, was sie ist: eine Chance, aufgrund der Rückmeldungen aus der Bevölkerung das Qualitätsmanagement für die Dienstleistungen der Stadt zu verbessern.»

Bevor politische Vorstösse nicht vom Dübendorfer Gesamtstadtrat behandelt worden sind, geben die einzelnen Ressortvorsteher keine Auskunft zum Thema. Die Kosten für den zweijährigen Versuchsbetrieb der Ombudsstelle belaufen sich gemäss einer ersten Schätzung des Stadtrats auf 70’000 Franken. 

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