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Nur nicht zu hastig essen

Das Volketswiler Restaurant «Konshi» serviert Sushi auf dem Magnetband. Der gierige Esser sollte im Lokal des Inside-Einkaufszentrums allerdings aufpassen: Greift er zu hastig nach dem Sushiteller, fliegt er ihm regelrecht entgegen.

Konshi-Geschäftsführer Iafu He präsentiert vor dem Sushi-Band einen Teller mit japanischen Udon-Nudeln. (Seraina Boner)

Nur nicht zu hastig essen

Der erste Blick in das Restaurant Konshi im Volketswiler Inside-Einkaufszentrum verspricht Gutes: Praktisch alle Tische des asiatischen Lokals sind vergeben, nur an der Sushi-Bar ist noch Platz. Die hungrigen Kollegen atmen erleichtert auf.

Die Spannung steigt, kaum sind die Plätze an der langen Theke eingenommen. Auf dem Förderband vor unseren Augen wandern Sushi in allen Variationen und Farben vorbei und verstärken das erwartungsvolle Knurren im Magen. Wie wir vom Chef Iaofu He erfahren, funktioniert das Band nach neuster Technik: «Die Magnetkette, die die Teller transportiert, ist unter dem Glas versteckt.» Dem Betrachter zeigt sich nur eine glatte, schwarze Fläche – die Teller laufen wie von selbst, das Band bewegt sich nicht.

Vorspeise inklusive

Der eine Kollege zieht das Mittagsmenü den Kreise ziehenden Sushi vor und bestellt sich eine Portion japanische Udon-Nudeln nach Hongkonger Art. Der Rest der fünfköpfigen Truppe kann dem Anblick der Sushigerichte nicht widerstehen und beginnt bereits das eine oder andere Gericht vom Laufband zu fischen.

Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Durch die magnetische Wirkung haften die Teller besonders gut. Mit zu viel Kraftaufwand läuft man Gefahr, dass sich der Inhalt über dem Pullover entleert.

«Die Aussicht wäre fabelhaft, wenn nur die Umgebung mitspielen würde.»
Testesser im Konshi-Restaurant

Zum Hauptgang wird im Konshi zusätzlich eine Vorspeise serviert: Der Gast kann sich dabei zwischen Edamame, Frühlingsrollen oder Suppe entscheiden. Der einheimische Kollege aus Kindhausen wählt Ersteres – eine richtungsweisende Entscheidung: Drei weitere folgen seinem Beispiel, die Frühlingsrollen finden in der Runde nur einen einzigen Abnehmer.

Nach getätigter Bestellung bleibt etwas Zeit, das Interieur des Lokals zu begutachten: «Ich würde den Stil als Industriechic bezeichnen», kommentiert die modebewusste Kollegin die etwas karge Einrichtung. Die Aufmerksamkeit ihres Tischnachbarn gilt dem Ausblick auf das Volketswiler Industriegebiet: «Die Aussicht wäre fabelhaft, wenn nur die Umgebung mitspielen würde.»

Mehr Salz für Edamame

Die moderne und ansprechende Aufmachung des Konshi ist jedoch nicht mehr länger von Interesse, als die Vorspeisen eintreffen: Die dampfenden Edamame werden sogleich getestet. «Gut, aber hätten etwas mehr Salz vertragen», bilanziert die Kollegin. Der Rest der Edamame-Fraktion pflichtet ihr bei. Anders tönt es vom jungen Kollegen mit den Frühlingsrollen: «Sind sehr lecker», stösst er zwischen zwei Bissen hervor. Die Vorspeisen sind noch nicht ganz getilgt, als die Udon-Nudeln serviert werden. Der Kollege ist zufrieden mit seiner Wahl: «Die Nudeln sind etwas ölig, aber im Geschmack wirklich gut.»

«Die Nudeln sind etwas ölig, aber im Geschmack wirklich gut.»
Testesser im Konshi-Restaurant

In der Zwischenzeit beackern seine Mitarbeiter das Sushi-Band: Nigiri Inari, mit Reis gefüllte Tofutaschen; Maguro Tataki, leicht gebratener Thunfisch oder Gurken-Maki – von den vorbeiziehenden Gerichten wird rege gekostet.

Reiskugeln zum Dessert

Der noch beinahe rohe Thunfisch kommt besonders bei den männlichen Gaumen gut an, die Kolleginnen favorisieren dagegen die farbigen Rainbow Rolls mit Lachs und Avocado. Ein Blick auf die Herkunftsdeklaration des Lokals vermag die Teilzeit-Vegetarierin unter den Testessern zu beruhigen: Sämtliche Fische bei Konshi stammen aus zertifizierter, nachhaltiger Quelle.

Mit Frische gepunktet

Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis im Konshi konnte überzeugen: Ein Mittagsmenü inklusive Vorspeise kostete um die 20 Franken. Die Tellerpreise für Sushi bewegten sich zwischen sechs und zwölf Franken. Lediglich die Wartezeit für den hausgemachten Dessert dauerte dem eint oder anderen Kollegen dann etwas zu lange: Die für hiesige Gaumen ungewohnten Reiskugeln mit Kokos- und Grüntee-Geschmack entschädigten dafür mit ihrer offensichtlichen Frische.

Der erste Eindruck wird vom abschliessenden Blick in die offene Küche des Restaurants bestätigt: Im Konshi hat man sich der Zubereitung von Essen verschrieben, das mit Frische zu punkten vermag.

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