«Wir sind vor der Lagerhalle, Fabio kommt auf zwei Feuerwehrmänner zu, die auf einem Leichenwagen sitzen», sagt Lorenz Oehler. Urs Lüscher fragt nach: «Hört man hier die Schritte?» «Ja genau, sie treten wohl auf Scherben.» So klingt es, wenn Oehler, hier der Beschreiber, und Lüscher, der Zuhörer, eine Szene aus dem «Bestatter» für die Audiodeskription vorbereiten.
Die beiden sitzen gemeinsam mit Susanne Fehr, die alles Gesagte abtippt, rund um mehrere Bildschirme. Im ersten Durchlauf notiert Fehr die fortlaufend entwickelten Kommentare, später werden sie die Szene sowie die ganze Folge überarbeiten, bevor der Text zu einem Sprecher ins Tonstudio gelangt.
Trickfilme sind schwierig
Während das Team des Ustermer Vereins Hörfilm Schweiz im Bereich Filme und Serien bereits viel Erfahrung besitzt, hat es mit «Molly Monster» soeben seinen ersten Trickfilm für Kinder bearbeitet. In Ted Siegers Film begleitet der Zuschauer Molly Monster auf ihrer wundersamen Reise durch das Monsterland. Das Werk, welches letztes Jahr am Internationalen Filmfestival in Shanghai den Preis für den besten Animationsfilm gewann, stellte das Team vor neue Herausforderungen.
«Trickfilme sind eines der schwierigsten Genres», sagt Lüscher, dessen Sehvermögen wegen einer Netzhauterkrankung nur noch zehn Prozent beträgt. Einerseits passiere alles wahnsinnig schnell, andererseits gebe es einen fast ununterbrochenen Geräuschteppich im Hintergrund. Das erschwere es, die beschreibenden Texte überhaupt einfügen zu können.

