Was beschäftigt eine junge Game-Designerin in einer Welt, in der es täglich virtuellen Nachschub gibt? Brieffreundschaften zum Beispiel. Martina Hotz arbeitet seit Monaten an «Letters», einem rätselbasierten Adventure-Spiel über zwei langjährige Brieffreunde. Deren Beziehung beginnt in den 1990er-Jahren. Einer Zeit, als Leute noch Briefe schrieben, wie Hotz schmunzelnd sagt. Auf die Frage, wann sie letztmals einen verfasste, antwortet sie mit einer Gegenfrage: «Gelten Weihnachtskarten auch?»
Das Förderproblem
Doch wie ihre Figuren, die im Lauf des Spiels auf E-Mail und Messenger umsteigen, will auch Hotz das nächste Level erreichen: «Letters» soll für sie und ihre zwei Mitstreiterinnen das Eintrittsticket sein in den internationalen Game-Markt, in dem jährlich über 100 Milliarden Dollar umgesetzt werden. Die Schweiz spielt dabei eine Statistenrolle, doch die Szene wächst. Rund 80 Game-Studios gibt es mittlerweile.
Die Auszeichnungen, die Schweizer Kreationen an Game-Festivals regelmässig erhalten, zeigen ihr Potenzial. Die Rahmenbedingungen passen sich diesen Erfolgen allmählich an: «Schweizer Konsumenten sind offen, auch für extrem Innovatives. Die Politik entdeckt dieses Feld erst so richtig», kommentiert Matthias Sala, Präsident der Swiss Game Developers Association (SGDA) süffisant. Regionen wie Bayern könnten bezüglich Fördergelder ein politisches Vorbild sein, sagt er.
Kulturstiftung finanziert Game-Entwicklung

