Vor ein paar Jahren rammte Piero Esteriore mit seinem schwarzen Mercedes das Eingangsportal des Ringier-Pressehauses. Er tat dies absichtlich, erzürnt über einen Artikel eines Blick-Journalisten. Dieser Journalist heisst Gion Mathias Cavelty, Satiriker und Journalist, der am Mittwoch in der Villa Grunholzer in Uster eine Lesung hatte. Cavelty übte sich damals nicht in Zurückhaltung und tut dies auch heutzutage nicht. Sein Weg ist weder als Journalist noch als Autor ein konventioneller. Beispiel gefällig: «Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete», so der Titel seines neuen Buches.
Grotesk, absurd und philosophisch
Ein Literaturabend der Villa Grunholzer, ist ein Abend mit Moderation von Christoph Meister vom Förderverein der Villa Grunholzer. Er tut dies mit zurückhaltender Art, Hinweisen und treffenden Fragen. Heute gelingt ihm diese Zurückhaltung nicht. Verantwortlich dafür ist Autor Cavelty, der seinen Freund immer wieder ins Spiel bringt. Meister führt den Abend mit dem Hinweis ein, dass Groteskes und Absurdes erwartet werden müsse. Dennoch sei das Buch auf den Spuren von zutiefst philosophischen Grundsätzen des Denkens, wie: «Was sind wir, was sollen wir tun oder was ist die Zeit?»
Daraufhin sagt Cavelty: «Das hättest du jetzt nicht sagen sollen, das bringt mich jetzt in eine unangenehme Lage, weil die Leute jetzt etwas erwarten.»
Meister: «Wir haben ja Zeit.»
Cavelty: «Das weiss man ja nicht, vielleicht müssen die Leute irgendwo hin.»

