Blau und Weiss statt weisses Kreuz
Der Ustertag 2017 geht als jener der vielen Premieren in die Geschichte ein. Nie angesprochen aber für alle augenfällig: Die Zürcher Fahne verdrängte die Schweizer Flagge. Und dies nicht nur draussen an Masten und Kirchturm, sondern auch drinnen an der Kanzel. Statt des vertrauten weissen Kreuzes auf rotem Grund prangte nun das schlichte Blau und Weiss der Zürcher. Schliesslich handelt es sich ja laut Ustertag-Obmann Werner Egli um einen Zürcher Feiertag. Allerdings mussten für die Ausstaffierung der verschiedenen Aushänge noch extra Zürcher Fahnen angeschafft werden.
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Es dürfte wohl kaum schon vorgekommen sein, dass ein Ustertag-Redner den Taktstock ergriffen hat. Nicolas Plain, musikalischer Leiter des Sängerbundes Uster und Bewunderer von Dirigentin Graziella Contratto, liess sich die Gelegenheit nicht entgehen. Für das letzte Stück, das der Konzertchor vortrug, trat Plain ins Glied und betätigte sich als Oboist, während die diesjährige Hauptrednerin auch noch musikalisch das Zepter führte.
Die Impressionen von dem Ustertag 2017
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Über einen «historischen, vernichtenden Sieg» jubelte Stadtrat Thomas Kübler. Nach einer langen Durststrecke konnte die Stadtratsdelegation endlich wieder einmal einen Sieg im ewigen Duell mit dem Gemeinderat beim Ustertagschiessen verbuchen. 158 zu 137 Punkte lautete das eindeutige Verdikt. Zum Siegerquartett gehörte Stadtpräsident Werner Egli, Stadtrat Cla Famos, Kübler und Stadtschreiber Daniel Stein. Von einem «Abschiedsgeschenk an die scheidenden Egli und Kübler» sprach dagegen FDP-Gemeinderat Jürg Krauer, der zum Verliererquartett gehörte.
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Auch ein Erstlingsstück lancierte vor kurzem die Nationalbank, dessen Direktoriumspräsident Thomas Jordan 2014 als Hauptredner am Ustertag auftrat. Ustertag-Obmann Werner Egli präsentierte eines der neuen 10er-Nötli am Morgen am Empfang der Hautrednerin auf Schloss Uster. Sujet ist ein Händepaar einer Dirigentin. «Leider sind es nicht meine», bedauerte Graziella Contratto.
Nicht nur der diesjährige Ustertag war mit der Hauptrednerin und der Vorrednerin Petra Bättig fest in Frauenhand, auch das Ustertagschiessen wurde von einer Frau dominiert. Regierungspräsident Markus Kägi konnte gestern an der Nachfeier der 23-jährigen Bielerin Melanie Schild den Ehrenkarabiner des Kantons Zürich überreichen. «Das unterscheidet die Zürcher Regierung von anderen. Wir geben auch gerne einmal ein Gewehr ab, statt nur Waffen einzusammeln», meinte Kägi.
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Einige spitze Bemerkungen gab es von Kägi auch noch gegen den Zürcher Stadtrat, gegen den sich am Ustertag schon die Landbevölkerung zur Wehr gesetzt hatte. Das rot-grün dominierte Gremium werde sich fragen müssen, wer denn nun das Roadpricing zahlen solle, wenn schon bald die Autos ohne Lenker unterwegs sein werden. Und er gab sich überzeugt, dass die Kriminalitätsrate in der Stadt sinken werde, wenn nicht nur die Nationalität der Täter verschwiegen werde, sondern künftig gleich auch alle Taten selbst.
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Die rot-grüne Dominanz sei es auch gewesen, die ihn aus der Stadt vertrieben habe, meinte Urs Rechsteiner, der an der Nachfeier als Tafelmajor fungierte. Der Gemeinderat aus Maur sei zwar Stadtzürcher und Zünfter, doch im städtischen Parlament sei er es als Bürgerlicher Leid geworden, immer zu unterliegen, weshalb er aufs Land geflüchtet sei.
Wie die Videoumfrage zeigt, war das vermittelte Klangbild der Rednerin Contratto für die meisten erfrischend anders.
(Video: Simon Grässle)
