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Mit Millionen gegen den Lärm auf der Usterstrasse

In Esslingen ist für 2021 wegen der zu hohen Lärmbelastung eine Strassensanierung geplant. Mit dem ersten Konzept des Kantons ist die Gemeinde nicht vollends zufrieden. Sie erachtet besonders einen Strassenabschnitt als sehr gefährlich.

2021 sollen die Bagger in Egg auffahren. (Bild: Archiv), Eine Lärmbelastung bis zu 70 Dezibel am Tag ist in Wohngebieten gemäss Lärmschutzverordnung noch zulässig (Bild: Christian Brütsch)

Mit Millionen gegen den Lärm auf der Usterstrasse

Der starke Durchgangsverkehr sorgt im Egger Ortsteil Esslingen entlang der Usterstrasse für eine zu hohe Lärmbelastung. Dies hat eine Messung des Kantons ergeben. Das Bundesamt für Umwelt definiert die Alarmwerte in Wohngebieten am Tag bei 70 Dezibel und in der Nacht bei 65 Dezibel. Weil diese Werte überschritten werden, ist der Kanton zu einer Sanierung verpflichtet. Ein lärmreduzierender Strassenbelag soll nun für mehr Ruhe in Esslingen sorgen.

Schlechter Strassenzustand

Die Usterstrasse wird deshalb von der Ein- und Ausfahrt der A52 bis zum Kreisel Oetwilerstrasse saniert (siehe Karte). Dies geht aus der Projektierung des kantonalen Amts für Verkehr hervor. Gemäss Mediensprecher Markus Gerber müssen d ie Baumaschinen aber sowieso auffahren. «Denn die Strasse ist zusätzlich in einem schlechten Zustand.»

Der Beginn dieser Sanierung ist auf 2021 geplant. Die Kosten belaufen sich auf 3,6 Millionen Franken und werden vom Kanton übernommen, weil es sich bei der Usterstrasse um eine Kantonsstrasse handelt.  

Gemeinde bezahlt nur einen Bruchteil

Für die Gemeinde Egg fallen lediglich Kosten von 95‘000 Franken für die Extra-Wünsche an, die über das eigentliche Projekt hinausgehen. 50‘000 Franken kosten die beiden Wartehäuschen bei der Bushaltestelle «Loogarten» und 45‘000 Franken wird die Allee kosten, die entlang der Usterstrasse gepflanzt werden soll. Weil diese Ausgaben die finanzielle Kompetenz des Gemeinderats von 200‘000 Franken nicht überschreitet, kämen diese in der aktuellen Form nicht vor die Gemeindeversammlung.

Die geplanten Änderungen an der Usterstrasse in Egg:

(Grafik: Juliana Mitreska)

«Sehr gefährlich»

Der Gemeinderat von Egg ist mit dem Projekts des Kantons in einem Punkt unzufrieden. Gemeindeschreiber Tobias Zerobin sagt: «Bei der Einmündung der Vogelsangstrasse zur Usterstrasse sind Radfahrer, die von Oetwil am See herkommen, oft sehr schnell unterwegs, weil es dort leicht abschüssig ist.» Der Egger Gemeinderat bezeichnet den Strassenabschnitt als «sehr gefährlich», wie er in seiner Stellungnahme schreibt. Diese Gefahr will die Gemeinde mit einem farblich markierten Velostreifen entschärfen. Zudem müsse geprüft werden, ob die Böschung Richtung Bahnhof Esslingen abgetragen werden soll.

Reiner Sachschaden Verunfallte Personen Leichtverletzte Schwerverletzte Tote 65 11 8 3 0
Unfallstatistik Gemeinde Egg 2016
TotalPersonenschaden
7611

 

Zahlen der Kantonspolizei sagen etwas Anderes

Gemäss der Volkswirtschaftsdirektion wird bei der Ausarbeitung des Projektes sowohl die offizielle Unfallstatistik der Kantonspolizei als auch das subjektive Sicherheitsempfinden berücksichtigt. Nun zeigt sich: Das subjektive Empfinden in der Gemeinde steht im krassen Gegensatz zur Unfallstatistik der Kantonspolizei Zürich. Diese zeigt, dass sich an dem Ort im letzten Jahr gerade einmal ein Auffahrunfall mit leichtem Sachschaden zugetragen hat, und dies auch nur wegen einer Baustellenampel. Von 2012 bis 2015 wurde dort kein einziger Unfall gemeldet.  

Gemeindeschreiber Tobias Zerobin bestätigt das, sagt aber: «Zum Glück ist bis anhin kaum ein Unfall passiert. Wer sich vor Ort jedoch schon ein Bild gemacht hat, wird  ebenfalls zum Schluss kommen, dass dort ein grosses Konfliktpotential zwischen Radfahrern und Autofahrern besteht.»

Lärmreduzierender Asphalt

Laut einer Studie der ETH Zürich kann lärmreduzierender Strassenbelag die Rollgeräusche des Verkehrs im besten Fall zwischen 7,5 und 10 Dezibel mindern. Auf eine Schallreduktion von 7 Dezibel kommt die Messung auf einem lärmreduzierenden Strassenbelag im aargauischen Dottikon. Gemäss dem Kanton hat diese Reduktion den gleichen Effekt, wie wenn nur noch jedes vierte Auto unterwegs ist. Laut dem Zürcher Tiefbauamt haben die Beläge allerdings nur eine Lebenszeit von 12 bis 15 Jahren – 30 bis 50 Prozent weniger als herkömmliche Beläge. Eine weitere Studie zeigt, dass der schalldämpfende Effekt der Strasse mit der Zeit abnimmt.

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