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Politik

«Ich kann loslassen»

Nach 20 Jahren in der Oberstufenschulpflege Nänikon-Greifensee tritt Schulpräsident Hansruedi Ammann (Aktion G) im kommenden Frühling nicht mehr zur Erneuerungswahl an. Mit 68 Jahren dürfe man sich pensionieren lassen, findet er.

Hat bald wieder mehr Zeit für Hobbys und seine Enkel: Hansruedi Ammann. (zvg)

«Ich kann loslassen»

Herr Ammann, es läuft doch alles gut in der Oberstufenschulgemeinde Nänikon-Greifensee, wieso wollen Sie denn nicht noch einmal vier Jahre dranhängen?
Hansruedi Ammann: Ich war acht Jahre Aktuar und Vize und bin nun fast zwölf Jahre Präsident der Oberstufenschulpflege, das ist eine lange Zeit. Wenn ich nochmals vier Jahre machen würde – immer vorausgesetzt ich würde auch gewählt – wäre ich am Ende der Amtsperiode 72 Jahre alt. Es ist jetzt an der Zeit, dass Jüngere das Ruder in die Hand nehmen. 

Ihr Amt ist sehr zeitintensiv, haben Sie keine Angst, dass Ihnen etwas fehlen wird?
Nein, das wird wohl kein Problem für mich sein, ich habe schliesslich eine gewisse Erfahrung darin (lacht). Es ist noch nicht lange her, das wurde ich nach 40 Jahren bei der Kriminalpolizei Zürich pensioniert. Da hat sich gezeigt: Ich kann loslassen. Und ich freue mich, mehr Zeit für meine Hobbys zu haben. Im Sommer fahre ich gerne Töff oder gehe Windsurfen, im Winter fahre ich Ski und Snowboard. Dass ich mit dem Wohnmobil nun auch mal eine längere Reise unternehmen kann, ist natürlich toll. Aber auch meinen drei Enkelkindern kann ich jetzt dann vermehrt Zeit widmen. 

Sind Sie kein bisschen müde? Die Schule ist schliesslich eine Institution, an die von allen Seiten die ganz grossen Erwartungshaltungen herangetragen werden.
Nein, denn von meinem Beruf her war mir das meiste schon bekannt. Die Arbeit mit einem Team, die Strukturen, die Problembereiche – die unterscheiden sich bei Schule und Polizei nicht wesentlich. Nur der Umgangston ist weniger militärisch (lacht).

Im Schulbereich jagte in den letzten Jahren eine Reform die andere. Wie haben Sie das erlebt?
Es war sicherlich anspruchsvoll, zumal wir bei den grossen Vorhaben wie der dreiteiligen Sek und der Einführung der Schulleitungen einem Zeitplan folgen mussten. Bei anderen, weniger umfangreichen Vorhaben waren wir in der Umsetzung flexibler, was natürlich geholfen hat.

Gerade bei der Bildung von Schulleitungen gab es damals vielerorts Probleme. Viele Lehrer waren Einzelkämpfer und auf einmal…
…wurde ihnen ein Chef vor die Nase gesetzt. Ja, das war für Viele nicht einfach. Wichtig ist in solchen Situationen, dass Neuerungen nicht einfach von oben herab diktiert werden, sondern dass man miteinander redet und Veränderungen gemeinsam angeht. Das musste ich auch lernen.

Auch wenn es noch ein wenig früh für einen Rückblick ist: Was würden Sie als Highlight Ihrer Amtszeit bezeichnen?
Ich bin stolz darauf, dass die Schulinfrastruktur top ist. Etwas, das wir der gesunden Finanzlage und der Eigenständigkeit unserer Schulgemeinde verdanken. Dann ist da natürlich auch das gute Team, die gute Zusammenarbeit. Ein weiteres Highlight sind aber auch unsere aufgestellten Schülerinnen und Schüler. Ich geniesse es sehr, wenn ich erlebe, wie die bei Schulanlässen oder Projektarbeiten begeistert und motiviert mitmachen. Dabei erkenne ich, dass es ihnen an unserer Schule gut geht, was übrigens mein wichtigstes Ziel als Schulpfleger war und ist. Die selbe Freude und Begeisterung habe ich jeweils auch in den Ski- und Snowboardlagern unserer Schule erlebt, an welchen ich viele Jahre als Snowboardleiter mitmachte.

Was würden Sie am liebsten vergessen?
Ach, da möchte ich nicht weiter darauf eingehen, das würde sonst zu viel Gewicht erhalten, da das Positive der letzten Jahre so stark überwiegt. Und irgendwann sollte man Vergangenes auch ruhen lassen.

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