Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Politik

Sammelaktion: Krankes Mädchen kann zurück in die Schweiz

Ein Mädchen mit einer seltenen Stoffwechselkrankheit ist in den Ferien in der Osttürkei erkrankt und musste ins Spital. Ein Ustermer Verein fürchtet um das Leben der elfjährigen Patientin und hat über Facebook 35'000 Franken gesammelt.

In Notfällen können Rücktransporte in die Schweiz mit dem Rega-Jet erfolgen. (zvg)

Sammelaktion: Krankes Mädchen kann zurück in die Schweiz

«Wer kann schnell und unkompliziert helfen??? Es geht um das Überleben des kleinen Mädchens!» Mit diesem Facebook-Spendenaufruf versuchte der Ustermer Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten am Donnerstag 35‘000 Franken aufzutreiben. Ein elfjähriges Mädchen mit Geburtsgebrechen Morbus Pompe müsse von der Ost-Türkei dringend in die Schweiz zurückgebracht werden, weil sie einen schweren Rückfall erlitten habe, heisst es im Spendenaufruf. Morbus Pompe ist eine seltene Stoffwechselkrankheit, die sich überwiegend auf die Atem- und Skelettmuskulatur der Betroffenen auswirkt.

Ärztin kämpft für Patientin

«Die Eltern des Mädchens haben weder eine Rega-Gönnerschaft noch eine Reiseversicherung für ihre Tochter abgeschlossen», sagt Geschäftsführerin Manuela Stier. Der Verein sei auf Initiative der Ärztin des Mädchens auf den Fall aufmerksam gemacht worden. Sie habe die Ärztin schon vorher gekannt, daher sei dieser Austausch auf unkomplizierte Art und Weise zustande gekommen, so Stier. Zwei Tage sei die Ärztin mit der Suche nach den finanziellen Mitteln für die Rückführung mit der Rega gewesen. Bei der Krankenkasse und der IV sei die Ärztin abgeblitzt.

Die IV schreibt auf Anfrage: «In Notfällen können wir grundsätzlich die Behandlung vor Ort im Ausland und den Rücktransport des Kindes mit Geburtsgebrechen in die Schweiz finanzieren.» Voraussetzung sei aber, dass die Komplikation des Patienten vor Antritt der Reise nicht voraussehbar oder wahrscheinlich gewesen sei. Das Kind müsse reisefähig gewesen sein und ein Arzt dürfe nicht von einer Auslandreise abgeraten haben.

Gesundheitszustand sei abgeklärt worden

Bevor die Familie in die Ferien abgereist sei, hätten die Eltern bei der Ärztin den Gesundheitszustand ihrer Tochter abgeklärt, sagt Stier. Das Mädchen habe bis zu dem Vorfall in der Ost-Türkei seit mehr als eineinhalb Jahren keine grösseren gesundheitlichen Probleme gehabt. Weshalb die IV die Kosten dennoch nicht übernommen hat, kann nicht abschliessend geklärt werden, da die involvierten Parteien sich nicht zum konkreten Fall äussern wollen.

Gute Zusammenarbeit mit der Rega

Auch die Rega will zum vorliegenden Sachverhalt keine Stellung nehmen, Rega-Sprecherin Ariane Lendenmann sagt aber: «Die Finanzierung muss gewährleistet sein.» Manuela Stier vom Förderverein betont die gute Zusammenarbeit mit der Rega. Sie habe mit dem CEO persönlich Kontakt gehabt, um mit ihm zusammen eine Lösung zur Finanzierung zu finden. Die Rega gehe von einem Betrag von rund 35‘000 Franken für den Rücktransport aus.

Reiseversicherung ist zu empfehlen

Für einen solchen Fall sei eine Reiseversicherung, welche die Krankheitskosten deckt, empfehlenswert, sagt Harry Meier vom Vergleichsdienst Comparis. «Sind die Kosten einer Rückführung nicht gedeckt, ist die Person finanziell auf sich allein gestellt, denn die Grundversicherung übernimmt in der Regel nur die Heilungskosten im Ausland, nicht aber die Kosten für den Rücktransport»», so Meier.

Mädchen soll zurück in die Schweiz kommen 

Der Facebook-Aufruf scheint sich auf jeden Fall gelohnt zu haben. Das Mädchen werde am Wochenende oder am Montag in die Schweiz zurückgeflogen, sagt Manuela Stier. «Dank dem Aufruf sind 3500 Franken direkt von Facebook-Nutzern zusammengekommen. Zudem haben verschiedene Organisationen und Firmen insgesamt 30’000 Franken gespendet. Der Restbetrag wird mit grösster Wahrscheinlichkeit vom Verein getragen», sagt sie. 

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns