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Wo Feuer ist, ist auch Rauch

Am Dienstag brannte es im frisch renovierten Einkaufszentrum «Illuster». Dabei gab es drei Verletzte und es entstand hoher Sachschaden. Ladenbesitzer und Verkaufspersonal erzählen, wie sie den Brand erlebt haben.

Der Brand vom Dienstag im Treppenhaus des Einkaufscenter Illuster. (Bild: Feuerwehr Uster), Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort. Das Einkaufscenter wurde teilweise evakuiert. (Bild: Feuerwehr Uster), Die Brandursache ist noch nicht geklärt. (Bild: Feuerwehr Uster), Die Brandursache ist noch nicht geklärt. (Bild: Feuerwehr Uster), Die Brandursache ist noch nicht geklärt. (Bild:David Marti), Blick von der Gerichtsstrasse Uster auf das Einkaufscenter Illuster mit dem Bistro «dieci.» (Bild: David Marti), Einkaufspassage «Illuster» mit Kiosk «Ecke Shop» und Kleiderladen «Chicorée». (Bild: David Marti)

Wo Feuer ist, ist auch Rauch

In der engen Einkaufspassage des «Illuster» Uster  hängen nur noch Geruchsfetzen des Brandes in der Luft. Ausser dem roten Absperrband der Spurensicherung an der Tür zum Treppenhaus, sind jedoch keine optischen Überbleibsel des Brandes vom Dienstag zu sehen.

Das Bistro «dieci» steht am nächsten am Brandherd. Chef Pasquale De Noia kam erst gar nicht zu seinem Geschäft. Seine Schwester sei zum Zeitpunkt des Brandes vor Ort gewesen und habe ihn alarmiert. «Die Rettungskräfte haben das Einkaufzentrum abgesperrt. Nach einiger Zeit hat mich eine Dame mit oranger Weste zu meinem Geschäft begleitet, damit ich Wertsachen, wie Handy und Portemonnaie holen konnte», erzählt De Noia.

Er habe sein Geschäft am gestrigen Tag nicht mehr wieder aufschliessen wollen, der Gestank sei zu stark gewesen. «Eine angebrannte Pizza riecht jeweils noch gut und schmeckt auch einigermassen. Der Geruch des Rauches wäre aber für die Gäste nicht zumutbar gewesen.»

Mittlerweile sind die Rauchschwaden verschwunden. Geblieben ist ein Loch in der Kasse. «Der Brand hat uns 700 bis 1000 Franken weniger Umsatz eingebracht als an einem durchschnittlichen Tag. Ausserdem befürchte ich, dass die Baustelle nun noch länger bestehen bleibt», sagt der 30-Jährige.

Pasquale De Noia sagt: Er habe mit dem Hauswart der Liegenschaft gesprochen und dieser meine, dass ein Arbeiter mit dem Handbohrer eine Stromleitung zerstört habe und deswegen der Brand entstanden sei. Die Bohrung sei wegen der Montage eines Treppenhandlaufes gemacht worden.

Der Grund für den Brandausbruch ist derzeit noch nicht bekannt und wird durch die Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft See / Oberland abgeklärt. Die Kantonspolizei macht zur laufenden Untersuchung keine Angaben. Weder der Staatsanwaltschaft See / Oberland, noch die Oberstaatsanwaltschaft waren für eine Stellungnahme zu erreichen.
 

Was war denn gestern los? 

(Handyvideo: Marko Stevic und David Marti)

Videoüberwachung lahmgelegt
Die Chefin des Kiosks «Ecke Shops», Nihan Tokacogullari, wurde am Dienstag, an ihrem freien Tag, von ihrem aufgeregten Mitarbeiter angerufen.  «Er hat über Atemprobleme geklagt», sagt die Chefin. Danach habe er den Laden durch die Hintertür verlassen, vorher aber noch die elektrischen Schiebetüren wegen des Stromausfalls per Hand zuschieben müssen.

«Jetzt muss ich besonders gut auf allfällige Diebe achten.»
Nihan Tokacogullar, Chefin Kiosk «Ecke Shop»

Nihan Tokacogullari sagt, sie habe auch heute Morgen immer noch einen starken Rauchgeruch wahrgenommen. «Ich habe beide Türen geöffnet, um Durchzug zu erzeugen. Danach ist der Gestank weitgehend verschwunden.» Trotz des Rauchgeruchs habe sie gestern entschieden, dass Geschäft noch bis 19 Uhr geöffnet zu lassen. Viel Kundschaft habe sie aber nicht mehr gehabt. Der Vorfall habe sich in der Tagesabrechnung stark bemerkbar gemacht: «Rund 2000 Franken Verlust habe ich gemacht. Nebst den fehlenden Einnahmen, musste ich auch meinen Angestellten fürs Warten und Nichtstun bezahlen», sagt Tokacogullari. Besonders der Ausfall der Videokameras ärgert sie. Diese seien auch heute noch nicht wieder in Betrieb und müsste neu eingestellt werden. «Ich bin auf die Innen- und Aussenüberwachung meines Geschäfts angewiesen. Jetzt muss ich besonders gut auf allfällige Diebe achten.»

Plötzlich war die Musik weg

Im Chicorée durchkramt eine Kundin das Kleiderangebot und Verkäuferin Catarina Jorge geht heute hinter dem Verkaufstresen ihrer Arbeit nach. «Etwa um 14.20 Uhr war plötzlich die Musik weg, das Licht aus und die Kasse ging nicht mehr. Wir wussten erst nicht, was los ist. Ich habe gerade eine Kundin bedient und ihr angeboten, die Sachen für sie zu reservieren», sagt sie. «Nachher sind meine Kolleginnen und ich zum Hintereingang raus und haben uns dort versammelt. Nach kurzer Zeit bemerkten wir eine Feuerwehrfrau, die dabei war, das Gelände abzusperren.» Die Dame habe aber nur bestätigen können, dass Rettungskräfte wegen eines Brandes alarmiert worden seien. Weitere Informationen habe sie nicht geben können. «Um 17.10 Uhr konnten wir auf Anweisung der Polizei den Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen. Somit ist am Ende des Tages, doch noch ein Stück Alltag zurückgekehrt», sagt Catarina Jorge.

 

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