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Ustermer SVP-Gemeinderat vollzieht Kehrtwende

Gemeinderat Markus Ehrensperger (SVP) steht der Motion für ein verkehrsbefreites Zentrum einer Mitte-Fraktion nicht mehr positiv gegenüber. Damit revidiert er seine Meinung von voriger Woche. Die 180-Grad-Wende begründet er unter anderem mit persönlicher Fehleinschätzung.

SVP-Fraktionspräsident Markus Ehrensperger wird vom Befürworter zum Gegner der Motion «An vier Wochenenden ein verkehrsbefreites Zentrum.» (Bild:zvg), Die Motion für ein verkehrsbefreites Zentrum stammt von BDP-Gemeinderat Ivo Koller. Dieser ist zudem noch im Vorstand des Vereins «Herzkern Uster».(Bild: zvg), Geschäftsleiterin des Vereins «Herzkern Uster» ist Sandra Hausmann. (Bild: Fabienne Montepeque), Überblick des Stadtzentrums in Uster: Die Motionäre wollen vier Strassen während vier Wochenenden nur für Fussgänger und Velofahrer zugänglich machen.(Grafik: Andreas Steiner)

Ustermer SVP-Gemeinderat vollzieht Kehrtwende

Fraktionspräsident Markus Ehrensperger (SVP) möchte die Motion der Gemeinderäte aus dem Mitte-Lager nicht mehr unterstützen. Der Beitrag auf züriost über die Motion für ein verkehrsfreies Zentrum Uster, veranlasste ihn zu einer Rechtsumkehrt-Korrektur. « Es geht einzig und alleine um die Drangsalierung der Autofahrer, und dazu ist offensichtlich jeder Winkelzug recht», sagt er.
In einem Artikel letzte Woche sagte Ehrensperger noch zum AvU: «Für uns ist dieser Vorstoss eine Art Farbtupfer auf dem Weg zum verkehrsbefreiten Zentrum.» Und: «Das SVP-Fraktions-Präsidium steht Kollers Motion wohlwollend gegenüber.»

Dies sind keine Farbtupfer mehr, sondern Kübelweise Farbe, die mit diesem Vorstoss ausgeschüttet werden.
Markus Ehrensperger (SVP)

Zu viel Farbe für die SVP

Ein Grund seines radikalen Richtungswechsels sei eine deutliche Fehleinschätzung seinerseits. Er habe verstanden, dass die Motion eine Zentrumsbelebung beabsichtige und keine reine Verkehrsverhinderung. «Dies sind keine Farbtupfer mehr, sondern kübelweise Farbe, die mit diesem Vorstoss ausgeschüttet wird.»
Des Weiteren gibt er eine fehlende Koordination zwischen der Motion von Hauptunterzeichner Ivo Koller und dem Verein «Herzkern Uster» an, wo auch ebendieser Koller im Vorstand sitzt.

Die Geschäftsleiterin vom Verein «Herzkern Uster», Sandra Hausmann, bestätigt, dass die Motion nicht mit dem Verein koordiniert oder  abgesprochen gewesen sei. Dies sei aber gar nicht notwendig, da Koller frei sei, eine solche Vorlage zu lancieren. Zudem sehe sie keine Differenzen zwischen den Zielen des Vereins und der Motion. «Die Verkehrsthematik im Ustermer Zentrum ist bei uns noch gar nicht offiziell behandelt worden. Wenn aber die vier autofreien Wochenenden kommen, werden wir uns vom Verein gerne mit Ideen zur Organisation dieser Tage beteiligen.»
Ivo Koller erklärt, dass die Motion aus Diskussionen innerhalb der Mitte-Fraktion entstanden sei und nichts mit dem Verein «Herzkern Uster» zu tun habe. Der erst im Sommer gegründete Verein habe noch gar keine Zeit gehabt, sich mit der Thematik eines verkehrsbefreiten Zentrums zu befassen.

«Groteske Worte» der Grünen

SVP-Gemeinderat Ehrensperger sieht einen weiteren dunklen Fleck auf der einst als Farbtupfer daherkommenden Motion. Seiner Meinung nach, offenbaren die «grotesken Worte der Grünen»  die wahren Absichten des Vorstosses. Ehrensperger bezieht sich mit dieser Aussauge auf die Äusserung der Grünen Gemeinderätin Meret Schneider, die sich unter anderem ein 365-Tage verkehrsbefreites Zentrum oder eine Erweiterung der autofreien Zone auf die Zürichstrasse vorstellen könnte. Schneider hat die Motion nicht unterzeichnet, findet die Idee aber sehr gut und ausbaufähig.
  
Ehrensperger sieht die Fraktion aus GLP, EVP, CVP und BDP in der Pflicht: « Sie sind der Stimmbevölkerung von Uster Rechenschaft schuldig, für welche politischen Ideologien sie Steigbügelhalter spielen.»
Ehrensperger wird endgültig vom einstigen Paulus zum Saulus der Motion, wenn er abschliessend sagt: «Ich denke, damit sind sämtliche Sympathien aus dem bürgerlichen Lager für die Motion zunichte gemacht.» 

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