Das Bild irritiert. Wer durch die Oberländer Wälder streift, trifft immer wieder auf Bäume mit verfärbten Blättern, teilweise abgestorbenen Zweigen und verfärbter Rinde. Das liegt weder am trockenen Sommer noch am Herbst. Sondern an am Eschentriebsterben. Einer Pilzkrankheit, an der mittlerweile die meisten Eschen leiden. An jenem Baum notabene, der in den hiesigen Wäldern nach der Buche am zweithäufigsten vorkommt.
«Mittlerweile ist die ganze Schweiz vom Eschentriebsterben betroffen», sagt Valentin Queloz, Leiter der Fachstelle Waldschutz Schweiz, die zur Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL gehört. «Waren vor einigen Jahren zunächst vor allem an Jungwüchsen Schäden festzustellen, findet man mittlerweile an fast allen Eschen Anzeichen dieses Pilzes.»
Urs Kamm, in der Abteilung Wald des kantonalen Amts für Landschaft und Natur für die Bereiche Strukturverbesserung und Forstschutz zuständig, bestätigt diesen Eindruck. «Im Zürcher Oberland und im Bezirk Uster trifft man zwar noch vereinzelt gesunde Eschen an, ein grosser Teil des Bestandes ist aber befallen.» Das sei jenes Bild, das sich im ganzen Kantonsgebiet zeigen würde.
Seit 2010 im Kanton verbreitet
Erstmals aufgetreten war das Eschentriebsterben anfangs der 1990er-Jahre in Polen. Daraufhin verbreitete sie sich in weiten Teilen Europas. 2008 erreichte sie die Nordwestschweiz. 2009 wurden von den Revierförstern im Kanton Zürich noch gar keine oder eine nur geringe Befalldichte gemeldet, nur ein Jahr später stellten die Revierförster im ganzen Kantonsgebiet einen hohen Befall fest.

