«Ein reines Bistro hätte sich nicht gelohnt»
Ein Bistro fürs Quartier mit einer kleinen Speisekarte für den Hunger zwischendurch – so stellte sich die Ustermerin Sonja Leemann ihr Traumobjekt vor. Nun, eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich, ist aus dem Bistro an der Gschwaderstrasse das Restaurant «Zur Heimat» mit vergrössertem Speiseangebot entstanden.
Der Gastrobetrieb gehört zur gleichnamigen Wohnsiedlung mit 36 Mietwohnungen in Uster, die seit dem 1. Juli alle vermietet und bezogen sind. Leemann, die das Restaurant führt, ist gleichzeitig auch Bauherrin des Grossprojektes. Auf ihrem Land stand früher ein ehemaliges Bauernhaus mit Pferdestallungen. Da eine Renovation und die Instandhaltung der alten Gebäude für Leemann finanziell nicht tragbar waren, entschied sie sich, in die Offensive zu gehen und auf dem rund 6500 Quadratmeter grossen Grundstück eine Neubausiedlung zu realisieren.
Aus Bistro wurde Restaurant
«Der ganze Gaststätten-Bau wurde schliesslich so teuer, dass sich ein reiner Bistro-Betrieb schlicht nicht gerechnet hätte», sagt Sonja Leemann. Das Gastgewerbe ist ihr als Wirtetochter nicht fremd – ihre Eltern führten einst das Restaurant Kreuzstrasse an der Freiestrasse. Unterschätzt hat Leemann aber die heute geltenden Vorschriften und Gesetze, die für Gastrobetriebe gelten. «Es braucht überall Rauchabzüge und spezielle Türen, damit die feuerpolizeilichen Auflagen erfüllt sind oder teure Oberflächen in Küche und beim Restaurantboden, damit alle Hygiene-Vorschriften erfüllt sind.» Nur mit dem Verkauf von Sandwich und Café hätten sich diese Investitionen nicht ausbezahlt.
«Der Name soll Programm sein. Die Leute sollen sich hier wohl fühlen.»
Sonja Leemann, Restaurantbesitzerin
Aus ihrem erträumten Bistro ist nun ein Restaurant mit vollwertigem Menü-Angebot geworden. Von ihren Traum, mit ihrem Angebot einen Treffpunkt im Quartier und für die Ustermer zu schaffen, ist Leemann aber nicht abgewichen. «Der Name soll Programm sein. Die Leute sollen sich hier wohl fühlen. Gäste, die einen Jass spielen wollen sind genauso willkommen wie Vereine, die nach den Proben hier noch einkehren und etwas essen wollen.» Die traditionellen Restaurants würden immer mehr aus Uster verschwinden. Hier möchte Leemann in die Lücke springen.
Hausgemachte Hamburger mit Knusperbrötli
Der Neubau mit 43 Sitzplätzen hat raumhohe Fensterfronten, die für viel Tageslicht im Restaurant sorgen. Bei schönem Wetter steht draussen eine grosse Terrasse mit Gartenathmosphäre für die Gäste bereit.
Im Angebot stehen am Mittag jeweils zwei bis drei Menüs zwischen Fr. 15.50 und 19.50. Als Spezialität auf der Speisekarte stehen etwa «Heimat»-Burger mit Cole-Slaw-Salat und Pommes-Frites für Fr. 20.50. «Die Burger sind hausgemacht und dazu servieren wir sie in einem Knusperbrötli», so Leemann. Aber auch das Heimat-Plättli mit Wurst, Käse und Trockenfleisch für 15 Franken gehört zu den Hausspezialitäten.
Daneben gibt es etwa auch ein grünes Thaicurry mit Gemüse und Reis für 18 Franken oder ein Rindsfilet Stroganoff mit einer Beilage nach Wahl für 36 Franken. «Ich möchte vernünftige Preise anbieten», so Leemann. Dies gelte auch bei den Weinen.
Angebot stösst auf Resonanz
«Alleine könnte ich den Betrieb nicht stemmen», so die 55-Jährige. Sie hat daher eine Koch sowie eine feste Service- sowie mehrere Teilzeitangestellte eingestellt. Langfristig sucht Leemann für das «Zur Heimat» einen Pächter: «Zuerst will ich das Restaurant aber zum Laufen bringen». Sie ist überzeugt, dass sich das neue Angebot in Uster schnell herumspricht. «Viele Gäste finden durch Mund-zu-Mund-Propaganda den Weg zu uns.»
Besonders am Mittag scheint das neu eröffnete Restaurant bereits seine Gäste gefunden zu haben. So sitzen auch um 13.30 Uhr noch über 12 Besucher an den Tischen. «Kurz nach zwölf Uhr sind es auch schon mal 30 Gäste», so Leemann.
Geöffnet ist das «Zur Heimat» an der Gschwaderstrasse 71 in Uster montags bis freitags von 8.30 bis 23 Uhr. Am Samstag ist es von 8.30 bis 18 Uhr offen (ab 18 Uhr kann es für geschlossene Gesellschaften wie Vereinsanlässe oder private Feiern reserviert werden), sonntags von 10 bis 18 Uhr.