«Partizipation lässt sich im digitalen Zeitalter ganz anders organisieren als dies vor 90 Jahren der Fall war», meinte Ständerat Ruedi Noser vor versammeltem Ustermer Gemeinde- und Stadtrat sowie vielen Gästen. Für die Mitbestimmung der Bürger brauche es nicht mehr eine Delegation. Und doch nehme die Bedeutung der Gemeinde zu, dies im Gegensatz zur Kantons- und Länderebene, würden doch in vielen Bereichen globale Standards über nationale dominieren.
Global versus kommunal
Noser mahnte, unsere direkte Demokratie nicht zu einem Experimentierfeld verkommen zu lassen. Er spielte dabei an die Vollgeld-Initiative an, die von ausländischen Promotoren vorangetrieben wird. «Ich habe ein Urvertrauen in die Bevölkerung, die weiss, was zu tun ist, die gewillt ist, den eigenen Lebensraum zu gestalten», meinte der Ständerat. Trotz zunehmender Globalisierung würden immer mehr wichtige Entscheide auf kommunaler Ebene gefällt – «und damit dürften Parlamente eher wichtiger werden. Ihr habt eine Zukunft», meinte Noser an die Politiker gerichtet.
Usters Parlamentspräsident Balthasar Thalmann gab sich in seiner Begrüssung überzeugt, dass es ein Parlament brauche. Hier werde komplexe Materie gründlich diskutiert. «Es herrscht eine gute politische Kultur, alle suchen die beste Lösung für Uster», meinte er. Damit sei der Rat auch für die Zukunft gerüstet. Dass in Uster nun 90 Jahre Gemeinderat gefeiert wird, sei dem Zufall zu verdanken, gab Thalmann unumwunden zu. So war ihm die Broschüre zum 50-Jahr-Jubiläum in die Finger gekommen, was ihn auf die Idee brachte.
Phrasen zur Erinnerung

