«Gesetze werden einfach missachtet»
Ranger Yannick Bucher wurde für die Sendung «Schweiz Aktuell» vom SRF-Team bei seiner Arbeit am Greifensee begleitet. An diesem Tag entdeckt er etwa eine Absperrung im Ried, die von Unbekannten geöffnet wurde, um mit dem Auto an den See zu fahren. «Sehr wahrscheinlich fuhr hier jemand mit seinem Boot durch, um es einzuwassern.» Bei genauerer Betrachtung entdeckt der Ranger geschützte Pflanzen wie Orchideen, die vom rücksichtslosen Autofahrer umgeknickt wurden. «Das wäre auch ausserhalb des Naturschutzgebietes verboten.»
600 Verstösse pro Jahr
Ein Stück weiter weist Bucher einige Seebesucher mit Stand Up Paddel darauf hin, wo sie wie viel Abstand zum Ufer einhalten müssen und verteilt entsprechende Karten, damit es gar nicht erst zu Problemen kommt. Denn alleine im letzten Jahr gab es laut dem SRF-Bericht rund 600 Verstösse.
Wie wichtig die Informationsarbeit der Ranger am See ist, betont Andreas Moser, Biologe und Redaktionsleiter von «Netz Natur» im Interview. «Dazu kommt, dass es in der Schweiz sowohl im Tierschutz als auch im Naturschutz in der Gesetzgebung im Vollzug ein riesiges Defizit gibt», sagt der Biologe. «Es gibt zwar Gesetze, aber sie werden einfach missachtet und es passiert gar nichts.» Er ist der Meinung, es sollte am Greifensee analog zum Schweizer Nationalpark, wo Parkwächter das Recht haben, Verstösse zu verzeigen und die Personen zu büssen, ein ähnliches System eingeführt werden.
Respekt für alle
Denn Eigenverantwortung sei nur dann möglich, wenn man weiss, um was es geht, sagt Moser. «Viele Menschen in den Städten haben die Beziehung zur Natur verloren und wissen gar nicht, was man schützen müsste oder wo man stört.» Wer es schaffe, anderen Lebewesen Respekt entgegen zu bringen und ihnen ihren Raum zuzugestehen.
«Schweiz aktuell» berichtet noch bis am 1. September täglich um 19 Uhr auf SRF1 über die «Kampfzone Naherholungsgebiet». Auf der Website von SRF sind die Sendungen nach der Ausstrahlung ebenfalls zu sehen.