Eisbär'n müssen nie weinen
Nur schon der Gedanke daran ist etwas verstörend: Enthemmt tanzende Junge und Junggebliebene singen lauthals an einer Beachparty auf Ibiza die leicht psychedelisch wirkenden Zeilen «Ich möchte ein Eisbär sein, Im kalten Polar , Dann müsste ich nicht mehr schrei’n. Alles wär so klar, Eisbär’n müssen nie weinen.»
Da müssen bestimmt Drogen im Spiel sein, könnte man denken. Vielleicht – doch wie auch immer. Rund 500’000 Singles wurden vom «Eisbär» verkauft. Damit war er vor 36 Jahren wirklich einer der erfolgreichsten Titel des Schweizer Pops und ein Sommerhit – zumindest in Deutschland sowie Österreich während des «Neue-Deutsche-Welle»-Hypes.
«Eisbär» von Grauzone (Quelle: Youtube)
Und der spröde auch unschubladisierbare Song, der nur zwei Jahre bestehenden Berner Band «Grauzone» ist zeitlos und aktuell. Es ist ein Frühwerk des bekannten Schweizer Künstlers Stephan Eicher und seines Bruders Martin.
Wir selbst tanzten in den Neunziger Jahren regelmässig wild Pogo zum «Eisbär» im alten Palais X-tra im ehemaligen Schoeller-Areal an der Zürcher Hardturmstrasse.
Immer wieder wurde der Song auch gecovert – dazu passt, dass der Song zum Soundtrack des jüngst x-fach preisgekrönten Animationsfilms «Ma vie de Courgette» gehört.
Ob allerdings irgendwo auf der trendigen Balearen-Insel tatsächlich der «Eisbär» angespielt wird, ist mir nicht bekannt. Ich war noch gar nie auf Ibiza.
