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Wenn das Taxi auch ein Bus ist

Ein Bus lohnt sich für die wenigen Bewohner von Gockhausen und dem Quartier Chriesbaum nicht. Nun ersetzt ein Abruftaxi den Dienst des öffentlichen Verkehrs. Nach einer Testphase zieht der Stadtrat ein positives Fazit.

Mauro Bucciarelli, Geschäftsleitung Taxiunion GmbH fährt selbst Taxi und chauffiert auch die Bewohner von Gockhausen und dem Quartier Chriesbaum in die Stadt. (Bild: Olivia Maurer)

Wenn das Taxi auch ein Bus ist

Das Dübendorfer Taxi-Unternehmen Taxiunion GmbH chauffiert mit 15 Autos Gäste durch die ganze Schweiz. Vor drei Jahren kam dann für Carla Glättli, Inhaberin der Taxiunion, eine etwas ungewöhnliche Anfrage. Die Stadt Dübendorf hat sie für Gockhausen und das Quartier Chriesbaum als Ruftaxi engagiert. Leute auf Anfrage transportieren – eigentlich ein typischer Dienst für Taxis.

Nur diesmal sollte das Taxiunternehmen die öffentliche Verbindung zwischen Gockhausen und dem Quartier Chriesbaum ins Stadtzentrum sicher stellen. «Es sollte ein dreijähriges Pilotprojekt werden», sagt Glättli. Nun ist die Testphase im Juni abgelaufen und ein Fazit gezogen.

Ein Anschluss in die Stadt

Der Ortsteil Gockhausen und das Quartier Chriesbaum sind nicht am Busliniennetz angeschlossen. «Das würde sich bei den wenigen Fahrgästen nicht lohnen», sagt Marco Strebel, Leiter der Abteilung Sicherheit Stadt Dübendorf.

Noch bis vor drei Jahren mussten Anwohner den zirka ein Kilometer langen Weg bis zur nächsten Bushaltestelle auf sich nehmen, um in die Stadt zu gelangen. «Besonders für die Anwohner aus Geeren war es eine eher weite Distanz», sagt Annina Lutz, Präsidentin Quartierverein Gockhausen. «Es musste eine flexible Lösung gesucht werden. Mit dem Ruftaxi haben wir eine gute Lösung gefunden», sagt Strebel.
 

Ein Fahrdienst auf Abruf

«Es ist das gleiche Prinzip wie beim Bus, nur dass man mit einem Taxi an die bestimmten Haltestellen transportiert wird», sagt Lutz. Um vom Dienst zu profitieren, müssen Fahrgäste mindestens 60 Minuten vor der gewünschten Fahrt das Ruftaxi informieren. Bezahlt werden die Tarife der öffentlichen Verkehrmittel. «Eine Fahrt ohne Abonnement kostet 2.60 Franken», sagt Glättli. «Die Differenz wird von der Stadt beglichen.»

Für den dreijährigen Versuchsdienst bewilligte der Stadtrat 2014 einen Maximalbetrag von 195`000 Franken für die Betriebskosten. «Wir hatten weniger Fahrten als berechnet und somit wurde dieses Budget nicht erreicht. Die Kosten betrugen jährlich zirka 8`000 Franken», sagt Strebel. Für die Zukunft hat die Stadt jährliches Kostendach von 5`000 Franken bewilligt.

Das Abruftaxi fährt weiter

«Das Ruftaxi wurde im letzten Jahr 433 Mal gerufen», sagt Marco Strebel. Trotz der eher niedrigen Anzahl Passagiere ist die Stadt zufrieden. «Vor drei Wochen hat der Stadtrat den Abschlussbericht zur Kenntnis genommen und über das weiterführen des Ruftaxis entschieden», sagt Strebel. Auch für Carla Glättli war der Pilotversuch gelungen. «Wir haben gute Erfahrungen mit dem Ruftaxi gemacht.»

Gemäss Quartiervereinspräsidentin Annina Lutz würden besonders Senioren das Angebot nutzen. «Vielen erleichtert der Service den Weg zum Einkaufen oder zum Arztbesuch», sagt Glättli. Man würde sich auch bereits kennen. «Es sind immer wieder die gleichen Passagiere.»

Auf Wunsch der Bewohner wurden die Fahrdienstzeiten verlängert und die Anzahl Haltestellen ergänzt, sagt Strebel. «Das Ruftaxi fährt nicht mehr von 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr. Die Fahrzeiten wurden den Laden Öffnungszeiten angepasst und fahren nun durchgehend zwischen 8 bis 20 Uhr.»

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