Spielgruppe bringt Leben ins Pflegezentrum
Es ist kurz vor neun. Der Zollingerpark in Forch erwacht langsam zum Leben. Draussen haben sich einige Anwohner im Kaffee auf die Terrasse gesetzt und geniessen die Morgensonne. Pflegerinnen gehen den Gang entlang, vermutlich kommen sie von der Morgenvisite. Bilder, die man in einem Pflegezentrum für Pensionäre erwartet. Plötzlich ertönen Kinderstimmen. Sie kommen aus einem Studio nahe vom Restaurant. Ein Mädchen der Spielgruppe Gigampfi flitzt über den Hof und verschwindet im Eingang vom Studio.
Eingespieltes Team
Anfangs Jahr ist die Spielgruppe aus Maur umgezogen. Im Familienzentrum Binz konnten sie nicht bleiben und brauchten deshalb auf den Jahreswechsel einen Ersatz. «Sehr knapp haben wir dann den Raum im Zollingerpark gefunden», sagt Rita Sennhauser. Sie leitet zusammen mit Debora Kirschler die Spielgruppe Gigampfi. Wie lange die beiden Frauen die Kinderspielgruppe bereits leiten, wissen sie nicht. «Du bist für die Daten zuständig», sagt Sennhauser zu Kirschler und lacht. «Sie würden sich ideal ergänzen», sagt Kirschler. Die eine sei für das Kreative, die andere für das Organisatorische zuständig. «Es sind mindestens vier Jahre», sagt Krischler. «Man zählt eben nicht, wenn es so rund läuft.»
Alt und Jung zusammenbringen
«Wir wollten Alt und Jung zusammenbringen», sagt Tobias Diener, Direktor der Zollinger Stiftung. «Die Anwesenheit der Kinder gibt den Anwohnern, die vorwiegend älter sind, Lebensqualität», so Diener. «Sie bleiben nah bei den Menschen. Respektive die Menschen nah bei ihnen.» Es sei Glück gewesen, dass es mit der Spielgruppe Gigampfi und dem «Chinderhuus Muur», einem Hort für Kindergarten- und Primarschulkinder, geklappt habe, ergänzt Diener. Beide teilen sich die Räumlichkeiten: Der Hort löst die Spielgruppe jeweils am Nachmittag ab. Dadurch sind auf dem Areal den ganzen Tag über Kinderstimmen zu hören.
Bereicherung für beide Seiten
Der Kontakt zwischen den Kindern und den Anwohnern sei für beide Seiten bereichernd, findet Sennhauser. Das habe auch das Spielgruppenfest Mitte Juni gezeigt. An diesem Nachmittag trafen sich die Spielgruppenkinder, ihre Eltern und die Bewohner des Pflegezentrums im Zollingerpark. Der Anlass mit Kasperlitheater und Grillieren brachte die Generationen näher zusammen. «Die Kinder haben nun keine Berührungsängste mehr», erzählt die Spielgruppenleiterin. Sie würden die Pensionäre etwa bei der Hand nehmen oder ihnen eifrig von Erlebtem berichten.
Ein Moment, der Sennhauser von diesem Tag besonders in Erinnerung blieb: «Am Abend kam eine Anwohnerin zu mir und sagte, dass dies einer der schönsten Nachmittage für sie gewesen sei.»
Einblick in den Zollingerpark
Die beiden Spielgruppenleiterinnen freuen sich auf das Sommerfest der Zollinger-Stiftung am Samstag. Nebst Verpflegung und Unterhaltung für gross und klein soll der neu gestaltete Park mit Tiergehege eingeweiht werden. «Die Esel erhalten ein neues Zuhause und drei Alpakas ziehen ein», sagt Sennhauser. «Die Besucher können in das farbige Leben vom Zollingerpark eintauchen.»
Das öffentliche Sommerfest im Zollinger Park an der Aeschstrasse 8 in Forch findet diesen Samstag von 11-17 Uhr statt. www.zollinger-stiftung.ch/community