Rolltreppen in Stettbach wegen Notstopps ausser Betrieb
Wenn im Bahnhof Stettbach Züge durchbrausen, ist das für die wartenden Passagiere unangenehm. Ob es auch gefährlich ist, wollte die Dübendorfer SVP-Kantonsrätin Jacqueline Hofer in gleich zwei Anfragen vom Regierungsrat wissen.
Dieser schreibt nun, dass der Aufenthalt sicher ist, wenn sich die Wartenden hinter der Sicherheitslinie aufhalten. Dies hat eine Risikobeurteilung der SBB ergeben.
Kein Vorfall in den letzten 10 Jahren
Seit 1990 gilt das Betriebskonzept mit durchfahrenden Züge. Die Erhebung der SBB ergab zudem, dass es in den letzten zehn Jahren zu keinem Vorfall kam. «Auch aus der regelmässigen Überprüfung der Situation im Bahnhof Stettbach und mit Blick auf die Verhältnismässigkeit und die Fahrpläne ergibt sich kein Anlass, die Geschwindigkeit der durchfahrenden Züge zu vermindern oder einen zusätzlichen Halt einzulegen», schreibt der Regierungsrat weiter.
Hofer hat indessen Mängel an der Infrastruktur festgestellt: So seien die Rolltreppen ständig defekt. Der Regierungsrat räumt ein, dass es gemäss SBB seit Inbetriebnahme der Rolltreppen 2010 tatsächlich viele Störungen gibt, obwohl sie neunmal jährlich gewartet werden. «Es werden sowohl von den SBB als auch vom Dienstleister grosse Anstrengungen unternommen, um die Situation zu verbessern.»
Allerdings seien über die Hälfte der Störungen auf Fremdverschulden wie etwa ein willkürlich bestätigter Notstopp zurückzuführen.
306 Delikte in fünf Jahren
Abschliessend beantwortet der Regierungsrat Hofers Frage nach den Straftaten, die im Bahnhof Stettbach verübt worden sind: Für die Zeitspanne von 2012 bis Mitte 2017 wurden von der Kantonspolizei und den kommunalen Polizeistellen mit Bezug zum Bahnhof Stettbach insgesamt 306 Anzeigen aufgenommen respektive Rapporte verfasst.
Bei rund der Hälfte der Fälle (158 der insgesamt 306 Fälle) handelt es sich um Diebstahldelikte, mehrheitlich um Entwendungen von Velos. Des Weiteren wurden vor allem Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (37) und Sachbeschädigungen (17) registriert. Die restlichen Vorfälle aus der angegebenen Periode fallen auf unterschiedliche Straftatbestände wie beispielsweise Betteln, Körperverletzungen oder Widerhandlungen im Bereich der Ausländergesetzgebung.
