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Das Handy-Hotel

Am Samstag wird das Hotel Tilia an der Bahnstrasse 17 in Uster eröffnet. Es bietet 21 Zimmer an und setzt auf schlanke Strukturen. So checkt der Gast selbstständig am Check-in-Automaten oder gleich per Handy-App ein.

Geschäftsführer Fabian Brändli vor dem Hotel Tilia. (Bild: Fabio Meier), Am Samstag,1. Juli, eröffnet das Hotel Tilia an der Bahnstrasse 19 in Uster., Am Samstag,1. Juli, eröffnet das Hotel Tilia an der Bahnstrasse 19 in Uster., Am Samstag,1. Juli, eröffnet das Hotel Tilia an der Bahnstrasse 19 in Uster., Am Samstag,1. Juli, eröffnet das Hotel Tilia an der Bahnstrasse 19 in Uster., Am Samstag,1. Juli, eröffnet das Hotel Tilia an der Bahnstrasse 19 in Uster.

Das Handy-Hotel

Noch klafft ein Loch in der Wand neben dem Hoteleingang. «Der Check-in-Automat aus Deutschland blieb am Zoll hängen. Wir hoffen, dass er heute oder morgen noch angeliefert wird» zeigt sich Fabian Brändli optimistisch.
Der Geschäftsführer des neuen Ustermer Hotels Tilia koordiniert wenige Tage vor der Eröffnung die Handwerker, die noch letzte Arbeiten erledigen müssen. «Die Zimmer sind aber alle schon eingerichtet», sagt er. Für Sonntag liege bereits die erste Buchung vor.
Wer nicht gleich übernachten will, kann das neue Hotel an der Einweihungsfeier am Samstag von  11 bis 15 Uhr besichtigen.

21 Zimmer

Das «Tilia»  befindet sich wenige hundert Meter  vom Bahnhof Uster entfernt und ist Teil der gleichnamigen Überbauung, die mehrheitlich aus Eigentumswohnungen besteht. Das Hotel  an der  Bahnstrasse 17 ist im Erd- und ersten Obergeschoss angesiedelt.

Angeboten werden 21 Zimmer. Es gibt je 10 Einzel- und Doppelzimmer mit einer Grösse zwischen 19 und 22 Quadratmetern sowie ein Familienzimmer mit zwei Schlafräumen. Einige der Doppelzimmer haben einen Balkon. Alle Zimmer verfügen über ein Bad mit Dusche und WC und über einen kleinen Kühlschrank. Fernseher und Internetzugang gehören ebenfalls zum Angebot.

Das Hotel im Video:

(Video: Simon Grässle)

Speziell am neuen Ustermer Hotel seien die «schlanken Strukturen», sagt Brändli. Eine klassische Rezeption sucht man im «Tilia» vergebens. Der Geschäftsführer hat zwar ein kleines Büro mit Schalter. Anwesend wird er aber nur morgens und einige Stunden am Abend sein: «Damit die Hotelgäste zu gewissen Zeiten eine Ansprechperson haben.»

Digitales Einchecken

Angereist werden kann rund um die Uhr. Zimmerschlüssel können selbstständig am Check-in-Automaten bezogen werden. Der einzugebende Code besteht aus Nachnamen oder Buchungsnummer und wird dem Gast elektronisch übermittelt.

Alle Zimmer verfügen zudem über ein Schloss mit integrierter Bluetooth-Funktion. «So kann man auch gleich per Handy-App die Zimmertüre aufschliessen. Dann entfällt der automatische Check-in am Automaten ganz», sagt er. Das digitale Einchecken und Aufschliessen der Zimmertür mit Handy sei hierzulande noch wenig verbreitet. Brändli ist überzeugt, dass dies aber bald in vielen Hotels Standard sein wird.

Nur das Nötigste

Als «schlank» kann auch der Hotelservice bezeichnet werden. Er beschränkt sich auf das Minimum. So gibt es in einem wenige Quadratmeter grossen Snack-Raum Frühstück-Brötchen, Kaffee und Orangensaft in Selbstbedienung. Ein Automat, der mit Sandwiches, Getränken  oder etwa auch Reisezahnbürsten ausgestattet ist, ergänzt das Self-Service-Angebot.

Geschäftsführer Brändli ist auch der einzige Angestellte, der für die Eigentümerin, die Volketswiler Bereuter Gastro AG, im Einsatz ist. Gereinigt werden die Zimmer von einer externen Reinigungsfirma. Die Einsparungen beim Personal und dem Service kommen den Zimmerpreisen zugute. So kostet ein Einzelzimmer zwischen 110 und 120 Franken, ein Doppelzimmer rund 140 Franken. An den Wochenenden zahlt man nochmals weniger», so Brändli. In den ersten beiden Monaten nach der Eröffnung gibt es zudem zusätzlich Spezialrabatte. «Die Zimmerpreise variieren zudem nach Angebot und Nachfrage – ähnlich den Flugpreisen», so Brändli.

Kameras und Notfall-Nummer

Für die Sicherheit der Gäste sollen Überwachungskameras vor dem Eingang und in den Gängen sorgen. «Zudem gibt es eine Notfallnummer, die rund um die Uhr besetzt ist.» Die Frage, wer dann am anderen Ende der «Notfall»-Leitung sei, beantwortet Brändli zuerst nur mit einem Lächeln. «Vorerst werde ich die Notfall-Nummer bedienen», sagt er dann.

Kostengünstig und zentral

Der 36-Jährige, der die Hotelfachschule Luzern absolviert hat, ist im Hotelgeschäft kein Neuling. So eröffnete er ein Hostel in Zürich, das nun von seiner Stellvertretung geleitet wird.
«Das Tilia spricht eine andere Klientel als mein Hostel an», sagt er. Zielgruppe seien in Uster vor allem Business-Reisende, die eine kostengünstige und zentrale Unterkunft suchen. «Daher auch der Namen Motel im Schriftzug», sagt er. Aber auch Touristen oder etwa Familien sollen sich hier wohlfühlen.
Wer will, kann auch länger im Tilia wohnen bleiben.

«Sollte es eine Nachfrage nach Appartements geben, können wir einige Zimmer kurzfristig umrüsten und mit einer einfachen Kochzeile ausstatten. Die Anschlüsse sind bereits alle vorhanden.» Da in der Überbauung noch nicht alle Eigentumswohnungen verkauft seien, könnten aber  vorerst Musterwohnungen in den oberen Etagen als Appartements gebucht werden.

Bauherrin und Eigentümerin des Hotels Tilia ist die Bereuter Gastro AG, die dem Volketswiler Bauunternehmer Marco Bereuter gehört. Zum Unternehmen gehört auch das Hotel Rubus in Effretikon. Dieses ist allerdings verpachtet, während für das Tilia mit Fabian Brändli ein Geschäftsführer eingestellt wurde.  
Weitere Expansionspläne hegt die Bereuter Gastro AG zur Zeit nicht. «Das ist nicht unser Kerngeschäft. Überall dort, wo aber ein Gewerbeanteil in der Nutzung vorgeschrieben ist, prüfen wir, ob es Sinn macht, ein Hotel einzuquartieren – anstatt Ladenfläche,  die dann nicht vermietet werden können», so Bereuter.

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