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Naturpark ja, Kommerzpark nein

Soll im Zürcher Oberland ein Naturpark entstehen? Diese Frage sorgt derzeit für hitzige Diskussionen. Der Bäretswiler Gerhard Fischer ist Präsident von Pro Natura Zürich. Er meint, ein Naturpark wäre doch attraktiv. Allerdings warnt er davor, Pro Natura aussen vor zu lassen. Denn dann würde man allenfalls ins Gegnerlager wechseln.

Gerhard Fischer steht einem Naturpark grundsätzlich positiv gegenüber. (Bild: zvg)

Naturpark ja, Kommerzpark nein

Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat im Jahr 2000 die Naturparkidee schweizweit angestossen. Was halten Sie von den Plänen im Zürcher Oberland?

Gerhard Fischer: Wir von Pro Natura sind dem Projekt gegenüber positiv eingestellt, solange es darum geht, die Natur zu fördern. Ein Naturpark ist attraktiv.

Die Initianten argumentieren aber vor allem mit der Standortförderung.

Es kann nicht nur darum gehen. Sollte es tatsächlich auf reines Marketing hinauslaufen, werden wir uns genau überlegen, ob wir so was unterstützen wollen. Es kann nicht sein, dass die Natur durch Massnahmen der Standortförderung noch mehr unter Druck gerät. Beide Anliegen müssen Hand in Hand gehen.

Was schwebt Ihnen vor?

Im Gebiet des geplanten Naturparks existieren bereits Naturschutzflächen, und auf freiwilliger Basis könnte man noch weitere aufwerten. Es ist klar, dass es keine neuen Gesetze geben wird, aber wir müssen der bedrohten Artenvielfalt Sorge tragen.

Lassen sich dafür Landeigentümer finden?

Die Landwirtschaft hat unheimlich Angst. Ich habe auch schon Stimmen vernommen, die fordern, dass die Natur in dem Projekt gar nicht vorkommen dürfe. Dann gehören wir aber auch zu den Gegnern. Es wird sicher nicht einfach, die Landwirte ins Boot zu holen. Pro Natura wäre aber auch bereit, ihre eigenen Naturschutzflächen im Gebiet weiter aufzuwerten. Das brächte auch weitere Arbeitsplätze. Grundsätzlich unterschätzt man, welchen Rückhalt Naturschutz in der Bevölkerung geniesst.

Die Gegner argumentieren, dass der Park nur Arbeitsplätze schaffen will, um sich selbst am Leben zu erhalten.

Dabei sind Natur und Biodiversität gerade in der Landwirtschaft so wertvoll. Ich bin selbst Bauer und weiss, wovon ich rede. Auch auf einem kleinen Betrieb ist viel möglich, etwa eine schöne Blumenwiese. Das wird von bäuerlicher Seite gerne unterschlagen und ärgert mich. Es braucht keine riesigen Betriebe und Projekte, um etwas zu erreichen.

Wie will sich Pro Natura im Projekt Naturpark einbringen?

Ich selbst bin Mitglied der Begleitgruppe und werde das Projekt so weiterhin unterstützen. Wenn man allerdings plant, uns aussen vor zu lassen, werden wir auf die Gegenseite wechseln. Dann hat das Projekt nichts mehr mit Natur zu tun und könnte auch Kommerzpark heissen.

Also ganz konkret: Wollen Sie mehr Naturschutzflächen?

Mehr Naturschutz ist immer wünschenswert. Aber es braucht nicht immer mehr Flächen, sondern es würde auch viel bringen, die bisherigen Flächen aufzuwerten. Viele haben keine Qualität. Darin könnten wir die Landwirte unterstützen. Es geht nicht darum, jemanden unter Druck zu setzen, sondern die Biodiversität zu stützen. Die bisherigen Flächen zu verbessern, wäre ein grosses Plus.

(Interview: Nicole Döbeli)

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