Politik

Regierungsrat hat nichts gegen Erotikmesse einzuwenden

Die Erotikmesse Extasia solle nicht in Zürich und schon gar nicht in den Messehallen stattfinden, fordert unter anderen Elisabeth Pflugshaupt (SVP Gossau). Der Regierungshat hat kein Gehör für ihr Anliegen.

Die Erotikmesse Extasia soll nicht in Zürich stattfinden, fordert Kantonsrätin Elisabeth Pflugshaupt aus Bertschikon (SVP). (Archivbild: Markus Zürcher), Besonders stossend finden Pflugshaupt und ihre Kollegen, dass der Anlass in einer teilweise staatlichen Liegenschaft stattfinden wird. (Bild: zvg), Der Kanton dürfe einen solchen Schmuddel-Anlass, an dem auch zahlreiche Porno-Darsteller anwesend sein werden, keinesfalls akzeptieren, so die konservativen Politiker. (Bild: zvg)

Regierungsrat hat nichts gegen Erotikmesse einzuwenden

Die Zürcher Regierung teilt die Empörung der Bertschiker Kantonsrätin Elisabeth Pflugshaupt (SVP) und deren Ratskollege Hans Egli (EDU, Steinmaur) nicht, die sich über die Erotikmesse Extasia aufregen. Es sei jedem Bürger und jeder Bürgerin selber überlassen, ob er oder sie diesen Anlass besuchen wolle. Es gebe keinen Grund, diesen Anlass zu untersagen.

Pflugshaupt und Egli forderten in einer Anfrage, dass der Regierungsrat sich gegen die Messe einsetzen soll. Der Kanton dürfe einen solchen Schmuddel-Anlass keinesfalls akzeptieren. Die Extasia, die im Mai in den Zürcher Messehallen stattfinden wird, sei eine Schande für Zürich und nur mit negativen Begleiterscheinungen verbunden.

Hans Egli trägt sein Anliegen im Kantonsrat vor. (Quelle: Youtube)

Besonders störend finden die konservativen Parlamentarier, dass die Extasia in der Messe Zürich und somit in einer teilweise staatlichen Liegenschaft stattfindet.

Kein Tabuthema mehr

Der Regierungsrat teilt die Bedenken jedoch nicht, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Antwort hervorgeht. Erotik und Sexualität seien in unserer freiheitlichen Gesellschaft schon lange keine Tabuthemen mehr.

Solange die Erotikmesse innerhalb des gesetzlichen Rahmens stattfinde, gebe es für den Regierungsrat keinen Grund, sich zu solchen Veranstaltungen zu äussern oder sie gar zu untersagen. Die mündigen Bürgern und Bürgerinnen könnten selber entscheiden, ob sie derartige Messen besuchen wollten.

 

Dass der Kanton mit 4 Prozent und einem Verwaltungsrat an der Messe Schweiz AG beteiligt ist, lässt der Regierungsrat ebenfalls nicht als Kritik gelten. Das Unternehmen sei privatwirtschaftlich organisiert. Der Einfluss des Kantons auf die Entscheide des Unternehmens seien «sehr begrenzt». (sda)

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