Eine rollende Nostalgie-Bar
Seit 20 Jahren sind Katrin Egli und Lea Hess befreundet. Kennengelernt haben sie sich im Schneesportclub Zürcher Oberland. Der Gedanke, auch beruflich einmal zusammenzuspannen und etwas Eigenständiges zu machen, kam ihnen auf einer gemeinsamen Reise durch Ecuador in Südamerika. Dort trafen sie öfters auf Wohnwagenbars. Das gefiel ihnen – und die Würfel waren gefallen.
Zurück in der Schweiz machten sie sich auf die Suche nach einem alten Wohnwagen, um daraus eine rollende Vintage-Bar zu machen. Fündig wurden sie vor einem Jahr bei einem Schreiner. «Wir haben den Wagen bei ihm gekauft und zusammen mit ihm umgebaut», sagt Egli.
Der Wohnwagen stammt aus dem Jahr 1970 und ist auf der ganzen Welt unterwegs gewesen.Beim Umbau mussten die beiden vor allem die Gesetze des Strassenverkehrsamt beachten. Die Gewichtslimiten mussten eingehalten werden. «Gestrichen haben wir den Wohnwagen aber selber», sagt Hess.
«Mister Kale»
Die Wohnwagenbar bekam auch einen Namen, «Mister Kale» heisst er. Mister Kale in englisch ausgesprochen, wäre Grünkohl, aber der Name wird Deutsch ausgesprochen. «Kale ist eine Zusammensetzung unserer Namen Katrin und Lea», sagt Hess. Und überhaupt würden ihnen nordische Namen gefallen. Der ehemalige finnische Skistar Kalle Palander sei auch eine Inspiration für die Namensfindung gewesen.
Den ersten Auftritt hatte Mister Kale an einem Geburtstag im Garten eines Mehrfamilienhauses. Um die rollende Bar in den Garten zu schieben, mussten sie vorher beim Bauern einen Zaun abmontieren. «Die Nachbarn staunten nicht schlecht, als sie den Wohnwagen im Garten sahen», sagt Egli.
Kale muss zum Event passen
Der nächste Einsatz war am Street Food Festival in Winterthur. «Dort bekamen wir viele Komplimente für unseren Mister Kale», sagt Hess. Dieses Jahr wollen sie mit ihrem Vintage-Gefährt im Eventbereich ganz durchstarten.
«Wir freuen uns auf viele Aufträge», sagt Egli. Aber Mister Kale müsse zum Anlass passen, an einem Bierfest oder einer Schaumparty sähen sie einen Einsatz nicht. Die Wohnwagenbar passe zu Geburtstagen, Hochzeiten, Firmenanlässen oder sei für ein Fotoshooting geeignet.
Einen Namen in der Region machen
Ein zirka fünfstündiger Einsatz von Mister Kale inklusive Personal kostet den Veranstalter zwischen 1500 bis 2000 Franken. «Das Projekt soll professionell sein», sagt Hess. Die Absicht, nur noch davon zu leben, haben die beiden momentan nicht.
Das Ziel sei, erst mal in der Region bekannt zu werden und an möglichst viele Anlässe zu gehen. Die Bar kann das ganze Jahr im Einsatz sein. «Sie hat auch gut Platz in einem Fabrikgebäude oder in einem Stall», sagt Hess.
Mehr Infos: www.caravanbar.ch