Das Junge Theater Winterthur setzt nun auf Tragik
Das Junge Theater Winterthur kehrt diesen Frühling mit einem neuen Theaterstück auf die Bühne zurück. Vom 19. bis 23. April präsentieren zehn Jugendliche des Vereins «Geist, Seele, Gemüt, Zwerchfell» im Theater am Gleis in Winterthur. Das neue Stück erzählt von einem jungen Künstler, der an einer Psychose leidet. Die Geschichte ist geprägt von Leid, Trauer und viel Emotionen. Laut den beiden Autorinnen sei sie auch als Gesellschaftskritik zu verstehen. «Wir wollten dem Publikum etwas Neues bieten und es zum Nachdenken anregen. In den Medien wird zwar viel über schreckliche Ereignisse berichtet, die Schicksale einzelner Menschen werden aber vernachlässigt», erklärt die 20-jährige Autorin Aranita Tahiraj.
Psychische Krankheit ansprechen
Auch die zweite Autorin Enola Beverly Stöckle teilt diese Ansicht. Beim aktuellen Stück ist die 17-Jährige erstmals als Regisseurin und Schauspielerin im Einsatz. Hauptberuflich ist sie als Fachfrau Gesundheit in einem Altersheim tätig und kommt dort öfter mit schweren Schicksalsschlägen und Krankheiten in Kontakt. Umso wichtiger findet sie es, auch ernsthafte Themen vor Publikum anzusprechen. «Wir wollen die Zuschauer emotional berühren und mit dem Stück möglichst realitätsnah bleiben», so Aranita Tahiraj.
Nach all den zuvor aufgeführten Komödien des Vereins sei es an der Zeit gewesen, einmal ein tragisches Stück zu zeigen. «Wir wollen psychischen Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit schenken und durch deren Thematisierung ein Tabu brechen. Ich hoffe, wir können dem Publikum die Botschaft vermitteln, mehr auf sich und die Gesundheit achtzugeben», betont Enola Beverly Stöckle.
Bis zur Premiere bleibt den zwei Winterthurerinnen und den acht jungen Mitwirkenden nicht mehr viel Zeit. Ihre Vorfreude auf die Aufführungen können die beiden kaum verbergen. «Nach einem Jahr intensiver Arbeit sind die Aufführungstage ein absolutes Highlight, weil wir dann alle für unseren Einsatz belohnt werden und den Applaus, die Freude und Anerkennung vom Publikum zu spüren bekommen», so Enola Beverly Stöckle.