Das Sitzungszimmer der Rütner Gemeindewerke, wo die Versteigerung des «Hasenstricks» gestern stattfand, war voll. Drei Dutzend Personen kamen, etwa ein Dutzend davon setzte sich nach vorne an die Tische, um mitzubieten. Unter den Anwesenden waren auch Besitzer Peter Kellenberger sowie zwei Gemeindepolizisten.
Betreibungsamtsleiter Peter Zollinger atmete ein paar Mal schwer, dann begann er pünktlich um zwei Uhr mit dem Versteigerungsprozedere. Es dauerte lange, bis es spannend wurde. Bis der Betreibungsbeamte die zehnseitigen Versteigerungsbedingungen verlesen hatte, verging eine dreiviertel Stunde. Die Leute an den Tischen musterten sich derweil gegenseitig.
Mit Spannung erwartet wurde, welchen Kaufpreis der «Hasenstrick» erzielen würde. Das Betreibungsamt schätzte die Liegenschaft mit dem Hotel auf drei Millionen Franken, die Schätzung der Gebäudeversicherung betrug mehr als das Doppelte. Den Hangar, der separat zur Versteigerung stand, bewertete das Betreibungsamt mit 170 000 Franken. Bei beiden Versteigerungen gab es kein Mindestgebot.
Zuschlag im zweiten Anlauf
Als Peter Zollinger die Versteigerung des Hotels eröffnete, wurde es eine halbe Minute lang still. Dann hob Hans Ulrich Kobelt die Hand. Er biete im Namen der Firma Agensa 2,5 Millionen Franken. Es bliebt das einzige Gebot und Kobelt erhielt den Zuschlag. Als er dann die Formalien erledigen wollte, stellte sich heraus, dass der mitgebrachte Handelsregisterauszug aus dem Jahr 2015 stammte.

