«Akgül»-Kebab eröffnet Filiale in Rüti
Der Kebabladen, den Abdo Akgül in Jona betreibt, ist bis über die Gemeindegrenzen hinaus als Treffpunkt bekannt. Nun eröffnet er in Rüti sein zweites Geschäft. Für den 48-jährigen Rütner ist es eine Art Heimkehr. Eigentlich wollte er bereits vor 17 Jahren einen eigenen Kebabladen in Rüti eröffnen. Der Immobilienbesitzer wollte damals aber nicht an einen «Papierlischweizer» vermieten.
Doch Akgül gab die Idee eines Geschäfts in Rüti nicht auf – und der finanzielle Erfolg in Jona befeuerte seine Expansionspläne. Für die Suche nach dem richtigen Ladenlokal in Rüti liess er sich Zeit. Ein Angebot direkt am Bahnhof habe er ausgeschlagen, ihm sei es im kommerziellen Zentrum wohler. Zudem hätte er den bestehenden Dönerladen am Bahnhof direkt konkurrenziert. Nun hat er in der Gegend um die Bandwiesstrasse ein kleines Monopol.
Nur Sauce bestellt
Obwohl mitten im Dorfzentrum gelegen, ist Rütis neustes Kebablokal nicht einfach zu finden. Besitzer Abdo Akgül hat sein zweites Geschäft in der untersten Etage des Jonaparks angesiedelt, die erst teilweise vermietet ist. Nur zwei der sieben Verkaufsflächen, die den Eingang gegen die Jona gerichtet haben, sind derzeit belegt.
Das Geschäft hat mit einem gewöhnlichen Kebabstand nicht viel gemein, es erinnert eher an ein Restaurant. Die Kunden setzen sich hin, und Abdo Akgül serviert ihnen das Essen auf einem Teller am Tisch. Eine Spezialität von Akgül sind die selbst gemachten Saucen. Diese seien so beliebt, dass Kunden sie auch schon für zu Hause bestellt hätten.
Absage für den «Papierlischweizer»
Anhand der Reaktion der Kundschaft des etwas gehobeneren Kebablokals merkt man, dass die Eröffnung erst knapp zwei Wochen her ist. Einigen Stammkunden seiner Joner Filiale sieht man die Verwunderung an, wenn sie zum ersten Mal über die Türschwelle des Kebabladens treten und Akgül neu auch in Rüti antreffen. Die Atmosphäre ist familiär. Die Kunden, die an diesem Nachmittag den Laden betreten, begrüsst Akgül fast alle mit Namen. Der 48-Jährige schmeisst das neue Geschäft bis auf Weiteres selber, während seine Angestellten in Jona ohne ihn auskommen müssen.
Die Eröffnung in Rüti kommt für den Inhaber eigentlich 17 Jahre zu spät: Ursprünglich wollte der Rütner sein erstes Geschäft hier ansiedeln, nicht in Jona. Obwohl er schon damals Schweizer war, sei der Besitzer der anvisierten Ladenfläche von seinem Plan, in Rüti Döner zu verkaufen, gar nicht begeistert gewesen. Mit dem Satz «Sie sind doch nur ein ‹Papierlischweizer›, für Sie gibt es nichts in Rüti» sei er von diesem abgewiesen worden und musste somit nolens volens einen anderen Standort zu suchen.
Rösti an der Fasnacht
In Jona, wo er schliesslich ein geeignetes Lokal fand, fühlte er sich aber schnell wohl. Seine dortige Pizzeria Döner Kebab habe sich in der Zwischenzeit zu einer wahren Dorfbeiz entwickelt, wie Akgül erzählt. «Zirka 20 Vereine kommen immer zu uns, wenn sie etwas zum Feiern haben. In meinen Geschäften soll auch der Schweizer Geschmack nicht zu kurz kommen.» Den Kebab habe er eigens an den hiesigen Gaumen angepasst. In Jona brät Akgül an der Fasnacht um 4 Uhr morgens Rösti und Speck für die Fasnächtler. Seine Rösti habe sogar Schweizer überzeugt, erzählt Akgül.
Schon vor zwei Jahren hat Akgül beim Jonapark sein Interesse angemeldet. Die Zusage erhielt er vor einem Jahr, doch technische Schwierigkeiten verhinderten eine Eröffnung im vergangenen Herbst. Sein neues Lokal ist etwas kleiner als das in Jona, es bietet Platz für rund 30 Gäste. Falls es die Gäste wünschten, werde Akgül neben Döner, Pommes, Falafel und Salaten bald auch Pizzen verkaufen – die Ausrüstung stehe schon bereit. «Doch erst muss ich schauen, dass die Kunden überhaupt den Weg zu mir finden.»