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Falschmeldungen von offizieller Stelle

Mehrere Stunden täglich ist jeder unterwegs. Diese Zeit bietet die Chance auf viele Begegnungen – und auch manche Desinformation.

Alles Bahnhof am Bahnhof? Wenn Informationen für Verwirrung sorgen. (Archivbild: Nicolas Zonvi), Ein angekündigter Kurzzug wächst sich zu einem veritablen Perronfüller aus. (Archivbild: Nicolas Zonvi)

Falschmeldungen von offizieller Stelle

Das Phänomen ist schon uralt, hat aber in jüngerer Zeit ein Hoch erlebt: die Verbreitung von Halbwahrheiten, Gerüchten oder – noch extremer – von glatten Falschmeldungen und Lügen. Da gibt es in diesen Tagen Warnungen vor Terroranschlägen, wo es nichts zu warnen gegeben hat. Angebliche Aussagen und Drohungen von Regierungsvertretern gegen andere Länder, die zwar nie geäussert wurden, aber zu diplomatischen Verstimmungen geführt haben. Und dann haben rund um die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten solche Fake News fast zum täglichen Nachrichtencocktail gehört.

Die Sache mit dem Staumelder

Gehören eigentlich Nichtmeldungen von Tatsachen auch zur Kategorie von Falschmeldungen? Für mich jedenfalls schon, vor allem wenn ich mich auf die Verkehrsmeldungen oder mein Navi verlassen möchte. Trotz Nichtmeldung lande ich plötzlich in einem Stau, der sicher schon einige Zeit besteht. Das ist für mich eine äusserst ärgerliche Unterschlagung von Tatsachen. Leider habe ich den umgekehrten Fall noch nicht oft erlebt, nämlich dass ich trotz einem angekündigten Stau freie Fahrt hatte.

Bahnhof am Bahnhof

Heute Morgen erlebte ich jedoch eine neue Kategorie von Fake News. Ich wartete auf dem Bahnhof von Aathal auf die S14. Plötzlich knackte es im Lautsprecher über mir. Ich dachte schon, nein, nicht schon wieder eine Verspätung. Die Stimme aus dem Äther meinte es aber nicht so bös mit mir. Sie kündigte lediglich an, dass der kommende Zug ausnahmsweise eine Kurzkomposition sei und die Einsteigenden – ich war der Einzige auf dem Perron – sich doch bitte in die Bereiche A und B begeben sollten. Glücklicherweise befand ich mich bereits dort.  

Als kurz darauf der besagte Zug einrollte, war dieser alles andere als kurz, vielmehr erstreckte er sich über die volle Länge von A bis D (Gibt es einen D-Bereich überhaupt in Aathal?). Ich fragte mich, wohin wir noch kommen, wenn nun sogar die offiziellen Informationsdienste der Bahn organisierte Desinformation betreiben. Oder hatte sich da auch nur jemand einen Scherz erlaubt?

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