Politik

Uster plant die 40'000-Einwohner-Stadt

Kanton und Bund geben es vor: Uster muss in den nächsten 20 Jahren Platz schaffen für 7000 zusätzliche Einwohner. Das geht nur durch Verdichtung. Die Stadt muss nun definieren, wo diese stattfinden soll.

Usters Zukunft? Die «bauliche Verdichtung» ist in gewissen Gebieten bereits Realität wie hier bei der Überbauung Kern Nord. (Archivbild Markus Zürcher)

Uster plant die 40'000-Einwohner-Stadt

Am Anfang stehen Prognosen, daraus resultieren dann Vorgaben: Das Statistische Amt des Kantons Zürich rechnet damit, dass die Bevölkerung im Kanton in den kommenden 20 Jahren um 250 000 Einwohner wachsen wird. 7000 davon sollen in Uster Platz finden. Das heisst: Uster muss bis 2035 eine Stadt für über 40 000 Einwohner planen.

Wie das gehen soll, präsentierte der Ustermer Stadtrat am Dienstag: Als Erstes will er ein Stadtentwicklungskonzept erstellen. Darauf aufbauend soll eine neue Richt- und Nutzungsplanung entstehen (siehe Box). «Diese legt fest, wie und wo Uster wachsen soll», sagte Stadtpräsident Werner Egli (SVP).

Wohin mit dem Verkehr?

Die Bedingungen für Usters Entwicklung sind vorgegeben. So verlangt der kantonale Richtplan, dass die Stadt kein weiteres Bauland ausscheiden darf. «Uster kann nur über innere Verdichtung wachsen. Wir müssen enger zusammenrücken», sagte Sozialvorsteherin Barbara Thalmann (SP). Oder positiver ausgedrückt: «Uster muss urbaner werden.»

Für die Stadtplanung werfe diese Vorgabe zahlreiche Fragen auf. Etwa: Wo gibt es die Möglichkeiten, mehr Wohnraum zu schaffen? Wie stellt man die soziale Durchmischung der Bevölkerung sicher? Wie viele Schulhäuser braucht die zusätzliche Bevölkerung? Wo soll gearbeitet werden? Wo sollen Angebote für Kultur und Freizeit entstehen? Wie regelt man den Mehrverkehr, den Wachstum automatisch mit sich bringt? «Es gilt zu ermitteln, was eine Stadt mit 40 000 Einwohnern braucht, wie wir sie gestalten wollen und wo es dafür die Möglichkeiten gibt», sagte Thalmann.

Stadt befragt Bevölkerung

Ziel der Stadt ist es, bei diesem Prozess die Bevölkerung mit einzubeziehen. «Ortsplanung funktioniert nur, wenn sie die vorhandenen Bedürfnisse aufnimmt und dann zu einem stimmigen Bild zusammenführt», sagte Thalmann. So führt die Stadt für das Stadtentwicklungskonzept etwa eine Bevölkerungsumfrage in allen Quartieren durch.

Dazu sollen auch der Gemeinderat, Vereine und Interessenvertreter in die Arbeit eingebunden werden. Die Herausforderungen seien gross, sagt Thalmann: «In Zukunft müssen in Uster mehr Menschen auf gleichem Raum leben, aber die Lebensqualität soll dabei nicht sinken, sondern eher steigen», sagte Thalmann.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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