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Ein Penis als Souvenir

Mehrere Stunden täglich ist jeder unterwegs. Diese Zeit bietet die Chance auf viele Begegnungen. Und wer in den Ferien gewesen ist, bringt Andenken nach Hause – einige ungewöhnliche und viele unbrauchbare.

Ob klein oder noch kleiner, der Penis der Lanzarote-Männchen ist immer etwas gross. (Bild: cb), Diese Geschlechtertrennung sollte eigentlich nicht sein...(Bild: cb), Erstaunlich, auf welchen Unterlagen sich überall eine Uhr anheften lässt.(Bild: cb), Hatten wir so einen ähnlichen Bilderrahmen nicht schon in Tunesien oder in der Dominikanischen Republik gekauft?(Bild: cb), Wie viel beträgt eigentlich die Halbwertszeit von Tontöpfen? (Bild: cb), Solche Kacheln bringen auch daheim etwas Farbe in den grauen Alltag. (Bild: cb), Die Folklore-CD: einmal gekauft und nie gehört.(Bild: cb), Auf Lanzarote gibt es ja noch viel mehr Vulkane, als man aus dem Flugzeug sieht. (Bild: cb), Textile Andenken haben daheim je nach Temperatur noch einen Nutzwert. (Bild: cb), Die Aloe-Vera-Cremes sollen wahre Wunder wirken. (Bild: cb), Der lokale Wein, der im Strandlokal so gut gemundet hat, muss auf dem Flug in die Schweiz irgendwie an Geschmack verloren haben. (Bild: cb)

Ein Penis als Souvenir

Da stehen sie in Reih‘ und Glied, wobei in diesem Fall letzteres im doppelten Sinn zutrifft. Die Tonfiguren mit ihren überdimensionierten Penissen. Doch die Männchen stehen nicht alleine da. Zu jedem gehört auch ein Weibchen mit ebenso ausgeprägten Geschlechtsmerkmalen.

Es scheint, also könne kein Souvenirshop auf Lanzarote, der etwas auf sich hält, auf diese Figurenpaare verzichten. Was auffällt ist nur, dass in den einen Geschäften sich die Geschlechterdurchmischung noch nicht ganz durchgesetzt hat. Da bilden die Männchen und die Weibchen je homogene Gruppen. Das dürfte eigentlich kaum die Idee der Erfinder gewesen sein.

Geschenk an Jungverheiratete

Ob die Dinger wirklich gekauft werden, erschliesst sich dem Beobachter nicht. In den Reihen klaffen jedenfalls keine Lücken, die die Vermutung aufkommen liesse, dass ein Tourist oder vielleicht auch eine Touristin zugegriffen hätte. Nun mögen die novios de mojon, wie die Paare mit ihren offensichtlichen Geschlechtsorganen heissen, bei den Ureinwohnern zwar als Geschenk an Jungverheiratete getaugt haben.

Schliesslich sollten diese mit den Fruchtbarkeitssymbolen dazu ermuntert werden, die Population der dünnbesiedelten nördlichsten Kanareninsel etwas zu vergrössern. Aber wer möchte heute denn daheim im Regal oder auf dem Kaminsims Solcherlei aufstellen?

Gut, das frage ich mich auch bei den meisten anderen Erinnerungsstücken, die in allen Souvenirläden rund um die Welt käuflich zu erwerben sind. Die Töpfchen, mit Muscheln beklebten Bilderrahmen, die kleinen Eidechsen oder die omnipräsenten Uhren. Immerhin gibt es da und dort noch ein paar ortstypische Kitschkreationen wie zum Beispiel auf Lanzarote die Vulkänchen.

Doch die Musik, die einem dort vor Ort noch so gut gefallen hat, wird zu Hause doch nicht mehr gehört. Die CD verstaubt sauber in Plastik eingepackt.

Aloe Creme im Winter

Auch die Hunderte von Bildern, die am Ferienort selbst geschossen wurden, verschwinden nach dem einmaligen Einordnen bald tief im elektronischen Archiv. Das Wichtigste, was einem vom Urlaub bleibt, sind die Eindrücke, die einem im Kopf haften bleiben. Und wenn es dann doch einmal etwas Handfestes sein muss, das man aus der Ferne mit nach Hause trägt, sollte es wenigstens verwert- oder geniessbar sein.

Etwa eine Aloe-Creme, die sich bei den hiesigen Temperaturen aber irgendwie nicht mehr gleich gut auftragen lässt, oder eine Flasche Wein. Obwohl, der schmeckt daheim irgendwie auch nicht mehr gleich gut wie dort im Strand-Restaurant…     

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