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Fern der Heimat gross geworden

Der Bubiker Sandro Zangger und der Wangemer Sven Senteler befinden sich mit dem EV Zug im Hoch. Heute kommt es für die beiden zum Spitzenduell gegen die ZSC Lions – den Klub, für den sie nicht mehr gut genug waren.

Kämpferisch in den Abschluss: Der Bubiker Sandro Zangger stürmt Richtung Tor – ZSC-Angreifer Fabrice Herzog bleibt nur das Nachsehen. (Bild: Keystone), Sandro Zangger, links, im Spiel gegen Berns Marco Mueller, rechts, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern am Freitag, 11. November 2016, in der Bossard Arena in Zug. (Bild: Keystone), Winterthurs Grolimund Philippe gegen – damals noch – Dübendorfs Senteler Sven. (Archivbild: David Kündig), Fehraltorfer Mike Künzle. (Archivbild: David Kündig.

Fern der Heimat gross geworden

Die Ausgangslage für die drei Oberländer Feldspieler in den Reihen des EV Zug und der ZSC Lions könnte vor dem heutigen Spitzenkampf nicht unterschiedlicher sein. Mike Künzle erlebte in diesem Herbst wohl seine schwierigste Zeit bei den Zürchern. Der Fehraltorfer musste während der Saison aufgrund fehlender Fitness wochenlang zum Aufbautraining antraben und bekommt erst seit Kurzem überhaupt wieder etwas Eiszeit.

Auch seine Kollegen Sandro Zangger und Sven Senteler durchlebten einst beim ZSC einige Tiefs – bis es schliesslich zur Trennung kam. Beim EV Zug läuft es den beiden aber derzeit besser denn je. «Wir sind auf dem richtigen Weg», sagt Zangger zum bisherigen Meisterschaftsverlauf. Der Bubiker untertreibt damit gehörig. Sein Team liegt nach rund der Hälfte der Qualifikation auf Platz 2 – und der 22-Jährige hat eine Schlüsselrolle inne. Er ist fixer Bestandteil der womöglich überraschendsten Sturmreihe der gesamten NLA.

Starke Plus-Minus-Bilanz

Das Trio stellte dabei sogar die eigentliche Zuger Top-Angriffsformation mit Josh Holden und den Schweizer Nationalstürmern Lino Martschini und Reto Suri in den Schatten. Dies zeigt die Plus-Minus-Bilanz der einzelnen Spieler eindrücklich – Zangger liegt in dieser Statistik mit einem Wert von plus 11 ligaweit auf Platz 11.

Der Oberländer Flügel steuerte bisher drei Tore und zehn Assists zum Höhenflug der Zentralschweizer bei. Zwei der drei Treffer gelangen ihm hierbei ausgerechnet beim 3:2-Sieg von Mitte September gegen seinen alten Klub ZSC bei. «Das war natürlich schön», sagt Zangger.

Sowieso lieferte er mit seinen bisherigen Leistungen schon einige Argumente für eine Vertragsverlängerung. Sein Kontrakt läuft nämlich zum Ende der Saison aus. «Es gefällt mir gut in Zug. Aber man weiss nie, wie es kommt», lässt er seine Zukunft offen. Immerhin sollte es laut Zangger in den nächsten Wochen zu einer Entscheidung kommen.

Senteler zufrieden

Sven Senteler ist in dieser Beziehung seinem Teamkollegen schon einen Schritt voraus. Der 24-Jährige unterschrieb Ende Oktober vorzeitig für zwei weitere Saisons beim EVZ. «Ich bin zufrieden. Wir haben eine gute Mischung im Team und spielen im Vergleich zur letzten Saison wohl sogar etwas gradliniger Richtung Tor», findet Senteler.

Der Wangemer kommt zwar punktemässig (je vier Tore und Assists, minus 0 in der Plusminus-Bilanz) nicht ganz an die Werte von Zangger heran, er vermochte aber seine Produktivität an der Seite von Jarko Immonen und Carl Klingberg ebenso erheblich zu steigern.

Am Flügel sofort im Tritt

Gut bekommen ist ihm dabei auch der Wechsel von der Center- auf die Flügelposition. «Die Umstellung bereitete mir überhaupt keine Mühe – umgekehrt ist es in der Regel schwieriger», meint Senteler.

Erst rund 13 Monate ist es her seit er zunächst befristet – und später fix – vom ZSC zu den Zugern zog. Einen entsprechend hohen Stellenwert haben für ihn auch die Direktduelle. «Bei den Lions bin ich gross geworden und habe gelernt, Hockey zu spielen. Da freut man sich besonders drauf», sagt Senteler. Mit einem Sieg über seinen früheren Klub könnte der EVZ heute Freitag nun sogar die Tabellenspitze übernehmen. «Der ZSC ist immer gut organisiert, da braucht es unser bestes Hockey», weiss er.

Klar ist: Beide Teams sind in Form. Zug reihte vier Siege in Folge in der Meisterschaft und tankte am Dienstag in Fribourg (2:1) zusätzliche Moral mit der Halbfinal-Qualifikation im Cup. Die Lions beeindrucken derweil durch ihre Auswärtsstärke – mit zehn Siegen aus den letzten zwölf Partien. Gänzlich ohne Punkt reisten die Zürcher zuletzt vor zwei Monaten in Zug aus einem fremden Stadion – nicht zuletzt wegen Zanggers Toren.

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