Manche Grüninger wissen, dass sie an einem Ort wohnen, wo früher viel Blut floss. Flurbezeichnungen wie Hauptgrueb, Haarhüsli oder Galgenacher erinnern daran. Allen anderen erklärt dies die Archäologin Gisela Nagy in ihrem neuen Buch «Ausflug in die Vergangenheit: Archäologische Streifzüge durch den Kanton Zürich».
Schnelles Sterben als Privileg
Grüningen gehörte eine Zeitlang den Habsburgern und wurde von ihnen 1408 an Zürich verpfändet. Die Stadterhob es zur Landvogtei. Der Vogt hatte die Hohe oder Blutgerichtsbarkeit. Er durfte also Todesurteile fällen und tat dies auch. Diese mussten vollzogen werden. In der Hauptgrueb wurden die Verurteilten geköpft. Diese «schnelle» Todesart war ein Privileg der Adligen.
Im Haarhüsli, das im Töbeli liegt, wurden die Todgeweihten für ihre Hinrichtung hergerichtet. Und im Galgenacher beim Botanischen Garten stand der Galgen; hier wurden die Verbrecher niedriger Abkunft gehenkt – und dann zur Abschreckung von «Gesindel» und zur Warnung der Ortsbewohner eine Weile hängen gelassen.

