Oberlandautobahn? Das ist die Hochleistungsstrasse A53, die das Brüttiseller Kreuz mit Reichenburg im Kanton Schwyz verbindet und in der zwischen Uster und Hinwil eine Lücke von zehn Kilometern klafft. Und über die seit Jahrzehnten ein erbitterter Streit tobt, wie diese Lücke geschlossen werden soll und ob überhaupt.
Dazu fand am Donnerstagabend in Gossau ein Podiumsgespräch statt, für das sich indessen lediglich etwa 30 Personen interessierten, die Mehrheit von ihnen aktive oder ehemalige Politiker. Das war 2014 anders, als der Regierungsrat in der gut gefüllten Kirche Gossau eine neue Linienführung dieser A 53 präsentierte.
Harry Brandenberger von der SP Gossau begrüsste denn auch weniger Leute, als er gehofft hatte, denn «die Oberlandautobahn geht alle an». Weil er darum gebeten worden war, rekapitulierte Gesprächsleiter Christian Brändli die Geschichte der Strasse, die in den 1960er Jahren begann. Als der Chefredaktor des «Zürcher Oberländers» und des «Anzeigers von Uster» 1994 nach Seegräben zog, vergewisserte er sich, dass vor seinem Haus nicht bald ein Abluftkamin qualmen würde. Die Strasseneröffnung war damals für 2010 vorgesehen.
2030 oder später
Inzwischen könnte es 2030 oder später werden. Das Bundesgericht kassierte 2012 die damals vorgesehene Linienführung aus Gründen des Naturschutzes, sodass der Kanton neu planen musste. Zurzeit ist die vorberatende Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt des Kantonsrats daran, den Richtplaneintrag der neuen Linienführung zu beraten.

