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Warum VZO-Busse an Baustellen freie Fahrt haben

Bei Sanierungen von Strassen ist oft auch der öffentliche Verkehr beeinträchtigt. Dank einem genau abgestimmten Baustellenmanagement haben Busse je nach Situation aber auch auf gesperrten Strassen freie Fahrt.

Wenn eine Umleitung die fahrplanmässigen Zeiten zu stark gefährden würden, bleibt den Busfahren oft nichts anderes übrig, als durch die Baustelle zu fahren. (Bild: Marcel Vollenweider)

Warum VZO-Busse an Baustellen freie Fahrt haben

Wer in diesen Tagen auf der Strasse zwischen Bertschikon und Gossau fährt, stellt schnell fest: Hier ist alles neu. In der Tat wurde die Strasse im Sommer 2016 komplett saniert.

Für den privaten Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr bedeutete dies während längerer Dauer einspuriger Verkehr, organisiert durch Lichtsignalanlagen. In den letzten zehn Augusttagen war überdies eine Totalsperrung auf dem 980 Meter langen Teilstück nötig, damit die Bauarbeiter den neuen Strassenbelag auftragen konnten.

Ausnahme für den Bus

Beim Kreisel im Zentrum von Gossau, also dort, wo die Bertschikerstrasse von der Grütstrasse abgeht, wiesen in dieser Phase Fahrverbotsschilder auf die nicht passierbare Strasse hin.

Das Verbot beschränkte sich jedoch auf den privaten Individualverkehr. Eine Vorzugsbehandlung durfte hingegen der öffentliche Verkehr in Anspruch nehmen: Die VZO-Busse konnten, gesteuert durch eine mit einem Sender aus dem Buscockpit zu bedienende Ampel, die Strasse dennoch passieren.

Fahrplan möglichst einhalten

«Solche Buspriorisierungen erweisen sich gerade in Baustellensituationen mit zu umständlichen Umleitungen als eminent wichtig», erklärt Pascal Ramel. Er und sein Kollege Roli Stössel sind bei den Verkehrsbetrieben Zürichsee und Oberland (VZO) für die Organisation Betrieb verantwortlich – und damit auch für das Baustellenmanagement.

Im konkreten Fall der Strassensanierung zwischen Gossau und Bertschikon habe aus Sicherheitsgründen nicht auf die schmale Umleitungsstrasse ausgewichen werden können, führt Ramel aus. «Wenn die Fahrpläne der gefahrenen Linien wegen einer Umleitung zu stark strapaziert würden, dies zum Nachteil der Buspassagiere, suchen wir mit der Bauherrschaft und der Baufirma nach Lösungen.»

Schwierige Passage

Ramel fährt im Vorfeld einer Baustelleneröffnung die geplante Umleitungsstrecke ab und gewinnt so die Erkenntnis darüber, ob die VZO-Busse diese Umleitung ebenfalls befahren können oder nicht.

Die VZO verschreiben sich im Grundsatz schon der Philosophie, nach Möglichkeit eine Baustelle nicht zu passieren. «Das Lenken der Busse durch eine Baustelle ist für den Chauffeur nämlich eine grosse Herausforderung», sagt Ramel. Keine grosse Einschränkung sei es für die Nutzer, wenn mal für eine bestimmte Zeit eine Haltestelle versetzt werde. «Daran gewöhnen sich die Busbenutzer schnell. Wichtig ist aber eine frühzeitige Information mit Info-Tafeln an der Bushaltestelle einerseits, aber auch Durchsagen in den Bussen.»

Gegen 100 Baustellen im Jahr

Die VZO haben sich, so die Erfahrungszahlen, jährlich mit rund 80 bis 100 Baustellen zu beschäftigen. In dieser Erhebung seien sowohl kleine Bauprojekte wie etwa eine Kanalspülung, in deren Verlauf eine Haltstelle für eine bestimmte Zeit nicht bedient werden kann, als auch Totalsanierungen von Strassen – wie eben im Sommer zwischen Gossau und Bertschikon oder aktuellerweise auf der Usterstrasse in Robenhausen-Wetzikon – erfasst.

«Wir sind darauf angewiesen, die relevanten Informationen vom Kanton oder dann von den Gemeindeverwaltungen zu erhalten», erzählt Ramel. Im konkreten Fall – der im Übrigen dank der guten Witterung bereits frühzeitig am 1. September wieder für den Verkehr freigegebenen Strasse zwischen Gossau und Bertschikon – hätten die ersten Kontakte im März stattgefunden.

Für den Bauherrn sowie die Baufirmen sei im Grundsatz eine Vollsperrung stets die ideale Situation, fügt Ramel an. Die aufwenderige, aber für den öffentlichen Verkehr bisweilen unabdingbare Variante sei, dass die Sanierungsarbeiten zuerst auf der einen und später auf der anderen Strassenseite ausgeführt würden.

(Marcel Vollenweider)

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