Politik

«55 Grad Nord» verlässt Pfäffikon

Das Geschäft 55 Grad Nord in Pfäffikon geht Ende September zu. Geschäftsleiter Felix Demuth will sich auf seinen Standort in Uster konzentrieren.

Die Liquidation am Standort Pfäffikon läuft: Felix Demuth vor seinem Laden. (Bild: Fabio Meier)

«55 Grad Nord» verlässt Pfäffikon

Der Chef lächelt von der selbst designten Broschüre, auf Facebook posiert er in den Socken, die im Laden verkauft werden, und auf den Werbefotos fürs Stand-up-Paddling (SUP) steht Felix Demuth persönlich auf dem Brett – er gehört zu den ersten, die diese Sportart ins Oberland brachten.

Demuth sagt denn auch: «Ich bin die Identifikationsfigur von 55 Grad Nord.» Die angebotenen Artikel gebe es schliesslich überall zu kaufen. «Wenn man weiss, wer dahinter steht, schafft das Kundenbindung», sagt der Geschäftsführer. Vor sechs Jahren eröffnete er sein Designgeschäft in Uster, vor vier Jahren kam der Laden in Pfäffikon dazu, wo er vor allem SUP- und Sportartikel verkauft.

Anfangs Nische, heute Trend

Heute sagt Demuth: «Es ist nicht einfach, meine Philosophie zu leben, wenn man zwei Läden an unterschiedlichen Standorten betreibt.» In Pfäffikon sieht man ihn nicht viel. Die meiste Zeit ist er in Uster anzutreffen. «Oft sind Kunden, die in Pfäffikon einkaufen, enttäuscht, wenn ich nicht da bin.» Er hat sich deshalb entschlossen, den Standort in Pfäffikon aufzugeben und das ganze Sortiment an der Gerichtsstrasse 14 in Uster anzubieten.

Eigentlich habe er das Geschäft im Dorf nur eröffnet, weil der Platz am alten Standort im Illuster knapp gewesen sei. In Pfäffikon baute er sein SUP-Sortiment langsam auf. «Damals war SUP eine Nischen-Sportart», sagt er. Heute ist das anders, Demuth vermietete an der Seestrasse sowie in den Badis Pfäffikon und Uster SUP-Ausrüstung und bietet mit einem dreiköpfigen Team Kurse an.

Die Nachfolge ist geregelt

Die Seestrasse ist das Sorgenkind des Pfäffiker Gewerbes. Immer wieder kommt es zu Mieterwechseln in Gewerbelokalen. Diesen Frühling wurde das Restaurant Hecht geschlossen. Und im Dorfmärt – gleich neben Demuths Laden – stehen zwei Räume seit Jahren leer. Dass es an Laufkundschaft fehlt, bestätigt auch Demuth. Ein Grossteil seiner Kunden habe sich jeweils telefonisch angekündigt. «In kleinen Gemeinden einen Laden zu führen, ist ein ständiger Kampf.» Besonders im Winter sei der Umsatz bescheiden gewesen. Dass die nahe Usterstrasse diesen und letzten Sommer zeitweise wegen einer Baustelle gesperrt war, hat vielen Gewerblern arg zu schaffen gemacht (wir berichteten).

Dennoch betont Demuth: «Der Standort an der Seestrasse ist nicht der Grund, warum ich hier aufhöre. Es geht wirklich darum, dass ich mich auf das Geschäft in Uster konzentrieren will.» Die beiden Mitarbeiterinnen, die in Pfäffikon angestellt sind, werden künftig in der Ustermer Filiale arbeiten. An beiden Standorten das ganze Sortiment anzubieten, sei nicht infrage gekommen. «Ich finde, man sollte sich nicht zu sehr verzetteln.»

«Nähe zum See ist toll»

Ende September geht die Filiale im Dorf zu. Danach nimmt sich Demuth einen Monat Zeit, das Lokal leerzuräumen. Den Laden in Pfäffikon werde er in guter Erinnerung behalten, sagt er. «Besonders die Nähe zum See ist toll. Die Kunden mussten nur ein paar Minuten laufen, um ein Brett auszuprobieren.»

Leerstehen wird das Lokal an der Seestrasse übrigens nicht: Ein Coiffeur soll es mieten.

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